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von Klaus Theiler

Eigen-artiges Madagaskar

Schulwissen, Reiseführer und -berichte sowie Filmdokumentationen leisten gewiss einen wertvollen Beitrag zur Vorbereitung auf eine aussergewöhnliche Exkursion an einen Ort, der speziell für Nicht-Insulaner unzählige Überraschungen bereithält. Das Eintauchen vor Ort übertrifft aber die Erwartungen und verwöhnt mit geradezu verschwenderischer Fülle alle Sinne.

Die Exotik dieses weltweit zweitgrössten Inselstaates (1500 km in der Breite und 700 km in der Länge) kommt nicht nur in Flora und Fauna zum Ausdruck. Viele Ethnien prägen das Land. Etwa die Hälfte der Bevölkerung wird indigenen Religionen zugeordnet. Die andere Hälfte ist überwiegend christlich, ein kleiner Teil zählt sich zum Islam. Der Ahnenkult zieht sich indes durch die gesamte Gesellschaft, wie wir unterwegs erfahren. Er führt sehr oft zu massiver Verschuldung der Betroffenen. Die sogenannten Totenwendungsfeste wurden deshalb von den Kolonialherrschaften zeitweise verboten, sind aber auch heutzutage noch gang und gäbe.

Zeit zum Schwatzen gibt es in Überfülle, denn die Transfers zu den verschiedenen Schauplätzen ziehen sich aufgrund der miserablen Strassenzustände zuweilen unermesslich in die Länge.

Bevölkerungsexplosion

Brandgeruch liegt, mit unterschiedlicher Intensität, fast überall in der Luft. Brandrodungen sind offenbar das naheliegendste Mittel, landwirtschaftliche Produktion zu steigern. Trotzdem sei fast die Hälfte der Kinder unterernährt, wie wir des Weiteren vernehmen. Und die öffentliche Statistik weist auf ein Medianalter der Bevölkerung von unter 20 Jahren hin. Wenn Mädchen mit 14 Jahren Mütter werden, ist das durchaus üblich. Ebenso, wie wenn ein Junge eine Kuh spazieren führt, der Friseursalon draussen stattfindet oder der Kinderspielplatz etwas dürftig eingerichtet ist.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 12/2022

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