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von Yvonne Schwengeler
Antizionismus als verdeckter Antisemitismus
Antisemitische Angriffe gehören mittlerweile zum Alltag und bleiben ohne einschneidende Konsequenzen. Synagogen und jüdische Einrichtungen wie Kindergärten müssen bewacht werden, die Kosten für die Sicherheitsmassnahmen steigen. Kaum mehr ein Jude, der sich mit einer Kippa auf die Strasse wagt. Die Gefahr, brutal zusammengeschlagen zu werden, ist gross. Die Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien nimmt zu und in bestimmten Online-Communitys taucht immer wieder auch eine Relativierung oder Leugnung des Holocaust auf.
Jüdisches Leben in Deutschland so unsicher wie nie
Bis heute wird der Antisemitismus hauptsächlich rechts verortet, obwohl wir tagtäglich Zeugen davon sind, wie linke Gruppierungen offen Naziparolen wie «Juden raus» schreien. Es war beklemmend zu sehen, wie bei den Wahlen in Berlin kriminelle islamistische Clans Seite an Seite mit der Linken – in der sich viele Antisemiten tummeln, die offen über die die Vernichtung Israels fantasieren – über das Wahlergebnis jubelten und tanzten. Der Judenhass in Berlin ist wieder salonfähig; Bedrohungen, Beschimpfungen, Vandalismus an Synagogen, Friedhöfen und jüdischen Einrichtungen sind in Deutschland normal geworden. Der Antisemitismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, auch wenn er sich dort etwas anders äussert, etwa im Anti-Zionismus.
Wo ist die rote Linie?
«Tod dem Zionismus», solche und ähnlich Parolen wurden kürzlich auch in der Schweiz an einer Demonstration auf dem Theaterplatz in Basel gerufen. Dort, wo Theodor Herzl vor 129 Jahren den ersten Zionisten-Kongress eröffnete, ertönte mit dieser Parole der eindeutige Aufruf zur Vernichtung des Staates Israel. Offizielle Instanzen reagierten auffallend zurückhaltend. Die Eidgenössische Kommission für Rassismus fand es nicht für notwendig, öffentlich dagegen Stellung zu beziehen. Wie ist das möglich? Ist es die Angst, als israelfreundlich zu gelten?
Da wurde eindeutig eine rote Linie überschritten, die nicht ohne Folgen bleiben wird. Wie war das noch im Dritten Reich? Der Holocaust hatte im NS-Regime eine Vorgeschichte: Boykott-Plakate «Kauft nicht bei Juden»; Diffamierungen, Ausgrenzung der Juden im öffentlichen Raum, die Darstellung jüdischer Bevölkerungsanteile als Bedrohung – das alles ging der Shoah voraus. Sagt man heute «Wehret den Anfängen», ist man vermutlich blauäugig. Die «rote Linie» ist längst überschritten.
Eine neue Dimension des Antisemitismus
Allgemein zu beobachten ist, dass der seit jeher schwelende Antisemitismus seit dem 7. Oktober 2023 eine neue Dimension angenommen hat.
Kritik an der israelischen Regierung ist legitim, aber was wir beobachten, geht viel weiter. Nach dem fürchterlichen Massaker in Gaza durch die Hamas hielt die Betroffenheit nur wenige Tage an. Schon bald darauf überwogen die Stimmen, die den Fokus auf die Reaktion Israels lenkten und das Handeln der Regierung scharf verurteilten. Dabei hätte die Hamas die Verschleppten nur freilassen müssen, um die Bombardierungen zu beenden. Das aber wurde nie wirklich zum Thema gemacht.
Wir haben die Bilder jubelnder Palästinenser nach dem Massaker gesehen, auch in Deutschland und in der Schweiz, aber in den Medien wurde das kaum kommentiert. Natürlich waren die anschliessenden Bombenangriffe für die Bevölkerung schrecklich, aber dass die Hamas die Bewohner buchstäblich geopfert haben, indem sie ihre Tunnels unter Krankenhäuser und Schulen gelegt haben, fand wenig Kritik. Dafür bezichtigte man Israel des Völkermords, obwohl die Regierung alles tat, um die Bewohner Gazas vor Angriffen zu warnen.
Auch die UNO spielt eine zentrale, stark umstrittene Rolle in der Beziehung zu Israel, dem einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten. Aber kein anderes Land wird von den Mitgliedstaaten mit so vielen kritischen Resolutionen überschüttet wie Israel, und das von Ländern, für die Menschenrechte ein Fremdwort sind.
Der uralte Hass auf Juden, der zu allen Zeiten immer wieder aufflackert, ist menschlich gesehen unerklärlich. Der Jude ist grundsätzlich an allem schuld. Auch wenn er nicht religiös ist, allein die Tatsache, dass er Jude ist, genügt, um ihn zu diffamieren.
Noch immer hängt man hier im Westen dem irrigen Glauben an, eine Zweistaatenlösung würde den Konflikt im Nahen Osten beenden. Mit allen möglichen Mitteln und Abkommen hat man versucht, im Nahen Osten Frieden und Sicherheit zu schaffen. Aber es gelingt nicht, denn auf islamischem Boden darf es grundsätzlich keinen Judenstaat geben. Und das Zentrum des Konflikt war und ist immer Jerusalem, dort, wo vom 11. Jahrhundert vor Christus bis ins erste Jahrhundert nach Christus der jüdische Tempel stand, Mittelpunkt des israelischen Gottesdienstes. Aber auch im Islam hat der Tempelberg, wo sich die Al-Aksa-Moschee befindet, grosse Bedeutung. Der Kampf um Jerusalem war deshalb immer Mittelpunkt des Konflikts.
Was die Hamas und die verbündete iranische Regierung mit ihrem Atombomben-Programm anstrebt und auch offen äussert, ist die Auslöschung Israels. Die Präsenz eines jüdischen Staates ist für sie inakzeptabel. Das Existenzrecht Israels wird grundsätzlich bestritten. Weshalb erhebt sich da kein lauter Protest? Ist es nicht legitim, dass Israel angesichts dieser ständigen Bedrohung alles tut, um seine Grenzen zu sichern?
«Ich habe nichts gegen Juden, nur etwas gegen den Staat Israel»
Das hört man häufig. Da ist zu sagen, dass wir die Regierungen vieler Länder problematisch finden. Da echauffiert man sich aber nicht. Es besteht ein Unterschied, ob man eine Regierung ablehnt, oder ob es darum geht, die Existenz dieses Staates infrage zu stellen.
Es erhebt sich auch kein Protest, wenn Christen in Nordkorea, Jemen, Somalia, Lybien, Sudan, Eritrea, und Nigeria verfolgt und teilweise bestialisch getötet werden. Laut aktuellen Erhebungen sind schätzungsweise rund 380 Millionen Christen weltweit in hohem Masse Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Judentum und Christentum haben die gleichen Wurzeln. Sie beten den gleichen, wahren und einzigen Gott an. Hinter diesem Hass auf Juden und Christen steht letztlich der satanische Hass gegen Gott. Der Angriff auf sein auserwähltes Volk ist immer auch ein Angriff auf Gott selbst: «Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an» (Sacharia 2,12).
Rückkehr der Juden ins verheissene Land
Der weltweit zunehmende Antisemitismus führt zu einer zunehmenden Rückkehr der Juden nach Israel. Vor unseren Augen erfüllt sich nach dem Gericht der Zerstreuung die Verheissung: «Ich will euch aus den Heiden herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen …» (Hesekiel 36,24). So dürfen wir getrost sein im Wissen, dass Gott sein Volk nicht verstossen hat, sondern mit ihm zum Ziel kommt.
Und auch wir, die wir durch den Glauben an Jesus Christus Gottes Kinder geworden sind, dürfen aufgrund der erfüllten Prophezeiungen wissen: Der Herr kommt bald!
Wir möchten Christen ermutigen, ihren Glauben zu leben und unserer Gesellschaft den Wertmassstab der Bibel aufzeigen.
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Neben ethos bringt der Schwengeler Verlag auch die Zeitschrift factum heraus. Das Magazin steht für die Themen Mensch, Natur und Glaube. Vielfältig, kompetent und verlässlich werden darin die Wurzeln moderner Zeiterscheinungen anhand der Bibel beleuchtet, was zu einem besseren Verständnis unserer Zeit beiträgt. Darüber hinaus finden sich Artikel über die Schönheit und Genialität der Schöpfung, die zeigen, dass es absolut plausibel ist, an einen Schöpfergott zu glauben.
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Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.
