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von Matthias Mross

Schöpfung

Leben mit Stacheln

Über das Tier des Jahres 2026 und seine erstklassige Schutzkleidung, die es mit Geschick steuern muss.

Der Igel würde Carabus violaceus oder einen anderen Laufkäfer zum Tier des Jahres küren. Es könnte auch die Raupe des Kohlweisslings oder sonst eine Schmetterlingsraupe sein. Oder ganz einfach der Regenwurm oder die Nacktschnecke. Denn diese Tiere stehen ganz oben auf dem Speiseplan des drolligen Stachelträgers. Es kommt auch vor, dass der Igel eine Eidechse, ein verirrtes Mäuslein oder einen Maulwurf erbeutet und verzehrt. Ich erinnere mich, wie in unserem Garten zu später Stunde ein aus dem Nest gefallenes Spatzenküken umherhüpfte. Wie wir noch überlegten, was damit zu tun sei, hatte ein Igel das Problem auf praktische Art und Weise aus der Welt geschafft.

 


Der in unseren Breitengraden lebende Braunbrust­igel ist ein Einzelgänger. Er macht nicht viel Aufhebens um sich, begibt sich erst bei Dunkelheit auf die Jagd, raschelt dabei durchs Gebüsch, poltert auch mal gegen Blumentöpfe und hinterlässt hier und da ein Häufchen Kot. Dass ihn die Schweizer Naturschutzorganisation Pro Natura einmal zum Tier des Jahres ernennen würde, hätte er sich nie träumen lassen. Es hat ihn auch niemand gefragt, ob er das wolle. Was er will: täglich eine tüchtige Portion Fleisch, ein Loch im Zaun, um auch mal Nachbars Garten besuchen zu können, möglichst keine Gartenbeleuchtung und im Winter ein ruhiges Eckchen mit einem Haufen Laub für den Winterschlaf.

Knapp entronnen!

Nehmen wir seine Nominierung zum Anlass, uns intensiver mit diesem Geschöpf zu beschäftigen ...

 

Neugierig? Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 5/26


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