zvg Daniela Wagner

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von Interview: Daniela Wagner

Glaube

Wir werden niemals Eltern sein

Ein Interview über die schmerzhafte Erfahrung der Kinderlosigkeit – und wie der unerfüllte Familientraum einem erfüllten Lebensraum Platz machen kann.

Über das Thema «unerfüllter Kinderwunsch» wird kaum gesprochen. Vielleicht, weil es mit Enttäuschung, Schmerz, Scham, Trauer und Perspektivlosigkeit zu tun hat? Weil Fragen aufkommen und Antworten fehlen?

Esther und Rudi Buller sprechen über das Erlebte, um kinderlosen Paaren Mut zu machen. Und um bei allen anderen ein Verständnis zu fördern, das sie sich damals gewünscht hätten. Aber noch viel mehr möchten sie darüber reden, wie sie zu einer neuen, erfüllenden Perspektive gefunden haben, obwohl ihr Leben auch heute nicht frei von Nöten und Problemen ist.

Esther (1982), Bankkauffrau, Hobbys: Klavier spielen, Lesen, Geschichte; verheiratet mit Rudi (1983), Servicetechniker, Hobbys: Handwerkliches, Laufen. Ihre Herzen brennen für die Gemeindearbeit.

 

Daniela: Esther und Rudi, ihr seid beide in kinderreichen Familien aufgewachsen und habt jung geheiratet. Was waren eure Vorstellungen und Ziele, mit denen ihr in das gemeinsame Leben gestartet seid?

Esther: Mein Ziel war klar: Mama sein von vier bis sechs Kindern. Als Mädchen freute ich mich auf diese Rolle, so bin ich selbst aufgewachsen. Mich in einem Beruf zu verwirklichen oder Karriere zu machen, erschien mir nicht reizvoll.

Rudi: Auch ich strebte keine Karriere an. Ein «sicherer» Job war mir wichtig mit einem Einkommen, das für die Familie reicht, damit meine Frau für die Kinder daheim sein kann. Ich wollte meiner Verantwortung als Mann gerecht werden und Versorger der Familie sein – so, wie wir es aus unserem Umfeld kannten. Wir hatten im Vorfeld weder darüber gesprochen, wie wir mit Situationen wie einem schweren Unfall, Krankheit oder Kinderlosigkeit umgehen würden, noch waren wir damals so weit, dass wir uns überlegt hätten, ob Gott vielleicht mit unserem Leben etwas anderes vorhat.

Esther: Wir schwebten beide auf Wolke sieben, waren glücklich, einander zu haben und sonnten uns in unserer gegenseitigen Liebe. Da war kein Platz für sorgenvolle Gedanken. Wir lebten im Moment, kosteten ihn so richtig aus und fühlten uns wohl in der christlichen Gemeinde, der wir angehörten.

 

Daniela: Wann kamen erste unruhige Gedanken auf?

Rudi: Ich glaube, ich hatte damals die Sensibilität für so ein Thema noch gar nicht.

Esther: Wir waren vor unserer Hochzeit nicht sehr lange befreundet, eine Schwangerschaft war nicht gleich geplant. Nach etwa drei Jahren überlegte ich, ob wohl alles in Ordnung sei. Als ich nicht schwanger wurde, war klar: Wir müssen uns untersuchen lassen. Das tat ich dann – bei mir schien alles okay. Danach liess sich Rudi untersuchen.

 

Daniela: Warst du unruhig?

Rudi: Nicht wirklich. Bekam ich am Rande mal mit, dass eine Frau nicht schwanger wurde, dann schien meist ein hormonelles Problem bei ihr vorzuliegen. Dass die Ursache eventuell beim Mann liegen könnte, war mir nicht bewusst.

 

Daniela: Das Ergebnis muss ein Schock gewesen sein.

Rudi: Wenige Tage nach der Untersuchung kam das Resultat, dass ich nicht zeugungsfähig sei. Es haute mich erst nicht um. Ich dachte: Ach ja, sowas gibt es?
Und fast gleichzeitig schoss mir der Gedanke durch den Kopf: Dann eben keine Kinder! Mir war damals die Tragweite überhaupt nicht klar, auch nicht, wie sehr meine Frau darunter leiden und was das für uns bedeuten würde.

 

Daniela: Du hast das wohl ganz anders aufgefasst, Esther?

Esther: Anfangs wurden wir vertröstet und an die Uniklinik verwiesen ...

 

Neugierig? Lesen Sie das ganze Interview in ethos 4/2026

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