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von Hanspeter Horsch

Bittersüss

– erfolgreich bei hartnäckigen Hautproblemen.

Da diese Heilpflanze an versteckten Orten vorkommt und sich an andern Pflanzen hochwindet, bleibt sie uns häufig verborgen. Die Blütenform erinnert uns deutlich an die weissen Kartoffelblüten. Dies ist der Hinweis, dass es sich um ein Nachtschattengewächs handelt. Der wirksamste Pflanzenteil ist der Stängel der 2–3-jährigen Pflanze. Alle Pflanzenteile sind mehr oder weniger giftig.

Interessant ist eine Gegenüberstellung der Heilanwendungen von «gestern und heute». Der bittersüsse Nachtschatten galt in der alten Medizin als Antidyskratium, was heute mit Entschlackungsmittel oder Entgiftungsmittel übersetzt wird. Man schrieb der Pflanze eine abführende, harn- und schweisstreibende wie auch auswurffördernde Wirkung zu. So wurde sie beispielsweise bei Rheuma, chronischer Bronchitis und hartnäckigen Hautleiden eingesetzt. Heute will man es genauer wissen und entdeckt unter anderem die cortisonähnliche Wirkung des Inhaltsstoffs Solasodin. Auf diese Weise lässt sich die gute Wirkung bei chronischen Ekzemen, Rheuma, Asthma und Bronchitis erklären. Die Verflüssigung des Schleims kann auf den Saponingehalt zurückgeführt werden. Hier haben wir ein gutes Beispiel einer Heilpflanze, deren volkstümlicher Gebrauch bestätigt wurde.

3-mal täglich eine Tasse – ein Teelöffel getrocknete Stängel mit kochendem Wasser übergiessen und fünf Minuten ziehen lassen.

Für Waschungen oder Umschläge bei Hautausschlägen: Zwei Teelöffel in 250 ml Wasser aufkochen und zehn Minuten ziehen lassen. Hautstellen mehrmals abwaschen und trocknen lassen oder ein Baumwolltuch eintauchen und auf die Hautstellen auflegen, bis es fast trocken ist.

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit darf Bittersüss nicht verwendet werden.

(Gesundheitratgeber aus ethos 04/2018)


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