Uhr
von Zukunft CH
Cancel Culture
Laut einer Studie des Allensbach-Instituts trauen sich 44 Prozent der deutschen Bevölkerung nicht mehr, ihre Meinung frei zu äussern. Dr. Milosz Matuschek, Jurist und ehemaliger Kolumnist der «NZZ», nimmt gegenüber «Zukunft CH» eine Analyse der Lage zur Meinungsfreiheit vor. Der Journalist ist 1980 in Polen geboren und lebt heute in Zürich.
Man spricht mittlerweile von «Cancel Culture»; was ist damit gemeint?
Aufgrund von bestimmten kontroversen Ansichten werden missliebige Personen diffamiert und ausgeladen, bzw. aus dem Debattenraum ausgeschlossen. Es gibt Gruppen, die entscheiden, wer sprechen darf und wer nicht. Gerade durch die Covid-Pandemie zeigte sich ganz deutlich, dass in allen grossen Zeitungen, Radios, öffentlichen Sendern im Grunde nur noch eine Meinung zu Covid existiert. Insgesamt ist das eine sehr, sehr gefährliche Situation.
Was meinen Sie, wenn Sie die «Binnenpluralität» im Zusammenhang mit der Presse erwähnen?
Die meisten Zeitungen sind aus einer politischen Richtung heraus entstanden, waren auch Parteiblätter. Trotzdem versucht jede Publikation in gewissem Sinne, andere Meinungen abzubilden, irgendwie das gesamte Meinungsspektrum zu treffen. Zumindest sollte das der Anspruch sein. In den letzten Jahren wurde aber ersichtlich, dass gerade diese Binnenpluralität, also das Zulassen kontroverser Ansichten oder Meinungen, die gegen die Blattlinie stattfinden, seltener werden. Es geschieht eine Art Verengung des Meinungskorridors und damit eine Verringerung der Binnenpluralität.
Dafür gibt es mehrere Erklärungen. Eine recht plausible ist, dass Zeitschriften und Medien allgemein dazu neigen, nur noch ein bestimmtes Publikum anzusprechen – aus handfesten ökonomischen Gründen. Man glaubt, durch eine homogene Klientel die Abonnentenzahlen stabilisieren zu können. Der freie Debattenraum existiert aus gutem Grund – weil alle nicht genau wissen, was die beste Lösung bei politischen Fragen ist. Medien, die sich davon verabschieden, haben meines Erachtens die ganz grundlegende Definition von Meinungsfreiheit nicht verstanden, bzw. opfern diese Funktion auf dem Altar der Abonnentengewinnung.
Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 01/2022
Wir möchten Christen ermutigen, ihren Glauben zu leben und unserer Gesellschaft den Wertmassstab der Bibel aufzeigen.
Damit das gelingt, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.
Neue News
Durch meine Risse scheint sein Licht
«Es bleibt vieles, was keine Antwort hat, bleibt vieles, was rätselhaft ist ...»
[mehr] Durch meine Risse scheint sein LichtDie Johannisbeeren
Heute sind Lia und Levi Briefträger. Sie haben ihre Kindergartentäschchen umgehängt, darin stecken lauter klein zusammengefaltete, selbstgemalte Bilder.
[mehr] Die JohannisbeerenFrontmann
Du würdest für deine Familie sterben – aber lebst du auch für sie?
[mehr] FrontmannMehr entdecken
factum – Mensch. Natur. Glaube.
Neben ethos bringt der Schwengeler Verlag auch die Zeitschrift factum heraus. Das Magazin steht für die Themen Mensch, Natur und Glaube. Vielfältig, kompetent und verlässlich werden darin die Wurzeln moderner Zeiterscheinungen anhand der Bibel beleuchtet, was zu einem besseren Verständnis unserer Zeit beiträgt. Darüber hinaus finden sich Artikel über die Schönheit und Genialität der Schöpfung, die zeigen, dass es absolut plausibel ist, an einen Schöpfergott zu glauben.
ethos open hands
Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.