Uhr
von Markus Widenmeyer
«Fortschritt» statt objektive Moral
Manchmal habe ich Gelegenheit, mit – sagen wir – typisch modernen Menschen, die ganz andere weltanschauliche Ansichten als wir Christen haben, Gespräche zu führen. Und zwar Gespräche, die über den üblichen Smalltalk hinausgehen. Da war zum Beispiel eine amerikanische Studentin, die einen moralischen Relativismus vertrat: Für sie ist Moral etwas gesellschaftlich Konstruiertes, ohne überzeitliche und überkulturelle Gültigkeit. Ich wandte ein, dass dann zum Beispiel die Verbrechen des Nationalsozialismus nur im Rahmen unserer aktuellen kulturellen Prägung moralisch schlecht wären. In anderen Kulturen könnten sie moralisch in Ordnung sein. Was für sie natürlich inakzeptabel war. Oder ein junger Veganer. Für ihn war der vegane Lebensstil zu einem wichtigen Teil seines Lebens geworden. Seine Motivation war moralisch, nämlich Leiden von Tieren möglichst zu verhindern. Ich habe ihm meinen Respekt zum Ausdruck gebracht. Aber auch er, säkular und atheistisch denkend, vertrat die Ansicht, dass es keine objektive Moral gibt. Er will etwas Gutes tun, obwohl Gut und Böse für ihn im Grunde Illusionen sind.
Man fragt sich: Warum solche Widersprüche im Denken zweier recht intelligenter Menschen? Tatsächlich aber repräsentieren sie das Denken sehr vieler Menschen heute: Sie haben feste Überzeugungen von Richtig und Falsch, für die sie manchmal auch kämpfen und gewisse Opfer bringen. Gleichzeitig vertreten sie eine Weltanschauung, nach der diese Überzeugungen eigentlich irrational und illusionär sein müssten. Warum ist das so? Offensichtlich haben Menschen von Natur aus das Gespür, dass es da ein überzeitliches und über-menschliches Richtig und Falsch gibt. (Von einem solchen inneren Gesetz spricht ja auch Paulus im 2. Kapitel des Römerbriefes.) Andererseits sind sie aber vom heute dominierenden naturalistischen Denken beeinflusst. Für den Naturalismus gibt es nur unser materielles Universum. Alles hat sich aus einfachen materiellen Zuständen heraus entwickelt. Gott als das absolut Gute und als oberster Gesetzgeber kommt hier nicht vor und es gibt entsprechend auch keinen objektiven Massstab für Richtig und Falsch. So schrieben die beiden Naturalisten Michael Ruse und Edward O. Wilson: «Menschen funktionieren besser, wenn sie von ihren Genen dahingehend betrogen werden zu glauben, dass es eine objektive Moral gibt.» Das ist eine krasse Aussage: Die Auffassung, dass z. B. Massenmord an unschuldigen Menschen wirklich objektiv moralisch falsch ist, wäre demzufolge schlicht unzutreffend und würde auf einer Illusion beruhen.
(Artikelauszug aus ethos 01/2018)
Wir möchten Christen ermutigen, ihren Glauben zu leben und unserer Gesellschaft den Wertmassstab der Bibel aufzeigen.
Damit das gelingt, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.
Neue News
Durch meine Risse scheint sein Licht
«Es bleibt vieles, was keine Antwort hat, bleibt vieles, was rätselhaft ist ...»
[mehr] Durch meine Risse scheint sein LichtDie Johannisbeeren
Heute sind Lia und Levi Briefträger. Sie haben ihre Kindergartentäschchen umgehängt, darin stecken lauter klein zusammengefaltete, selbstgemalte Bilder.
[mehr] Die JohannisbeerenFrontmann
Du würdest für deine Familie sterben – aber lebst du auch für sie?
[mehr] FrontmannMehr entdecken
factum – Mensch. Natur. Glaube.
Neben ethos bringt der Schwengeler Verlag auch die Zeitschrift factum heraus. Das Magazin steht für die Themen Mensch, Natur und Glaube. Vielfältig, kompetent und verlässlich werden darin die Wurzeln moderner Zeiterscheinungen anhand der Bibel beleuchtet, was zu einem besseren Verständnis unserer Zeit beiträgt. Darüber hinaus finden sich Artikel über die Schönheit und Genialität der Schöpfung, die zeigen, dass es absolut plausibel ist, an einen Schöpfergott zu glauben.
ethos open hands
Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.