Uhr
von Dan

Kein Versehen

Gott hat das Leben von Hanna nicht abgebrochen. Er hat alle Tage unseres Lebens gezählt.

Susanne und Martin, was passierte an diesem Freitag, als sich euer Leben nachhaltig veränderte?

Martin: Einige Wochen vor dem Unfalltag hatte ich einen neuen Job angenommen und musste die zweimonatige Einarbeitungszeit im 500 km entfernten Esslingen absolvieren. So war ich unter der Woche dort und nur an den Wochenenden zu Hause bei meiner Familie.

Am frühen Freitagnachmittag erhielt ich einen Anruf der Polizei. Ein grosses Unglück sei passiert, meine Frau und unsere kleine Tochter in Lebensgefahr und auch mein Sohn läge mit Verletzungen im Krankenhaus.

Wie soll ich erklären, was ich fühlte? Ich war total unter Schock, stieg sofort ins Auto und fuhr im Freitagnachmittagsverkehr die lange Strecke nach Bielefeld. Unaufhörlich jagten sich die Gedanken in meinem Kopf.

Susanne: Mit Levin und Hanna hatte ich eine Freundin zu ihrem Geburtstag besucht. Lea, unsere älteste Tochter, war in der Schule. Nur etwa zwei Kilometer vor unserem Zuhause kam ich, aus bis heute völlig unerklärlichen Gründen, von der Landstrasse ab auf die Gegenfahrbahn und prallte mit voller Wucht frontal gegen einen entgegenkommenden Bus. An den Unfall erinnern kann ich mich bis heute nicht, auch nicht, was die Ursache dafür sein könnte.

Deine Fahrt nach Hause, Martin, das müssen endlose Stunden gewesen sein ...

Ja. Wie gesagt, ich stand völlig unter Schock und es war sicher nicht gut, dass ich mich einfach ins Auto gesetzt habe und alleine losfuhr, aber zu dem Zeitpunkt verschwendete ich keine Gedanken daran. Alles in mir wollte so schnell wie möglich zu meiner Familie.

Während der Fahrt rief mich der Oberarzt an und teilte mir einige Details über den Zustand meiner Lieben mit. Ich war also informiert, dass etwas ganz Schlimmes passiert war. Im Auto schrie ich in meinem Herzen immer wieder: «Bitte, himmlischer Vater, bewahre meine Lieben! Herr, du kannst alles haben, meinen Job, mein Auto, mein Haus – du kannst mir alles komplett nehmen, aber bitte, bitte, bewahre meine Familie!»

Wie ging es weiter?

Susanne: Wir waren drei Schwerverletzte. Deshalb teilten sie uns anfangs auf verschiedene Krankenhäuser auf, weil jedes nur über einen Schockraum verfügt.

Levin war ansprechbar und konnte vom Unfall berichten: wie er nach mir gerufen hat, wie ich ihm nicht geantwortet habe, wie die Sanitäter kamen und ihn fragten, ob sie ihm die Hose aufschneiden dürften. Das wollte er nicht. Auf der Fahrt ins Krankenhaus haben sie ihn in Narkose versetzt.

Martin: Am Freitagabend versuchten die Ärzte, Susanne aus der Narkose zu holen. Dies entpuppte sich als unmöglich. Bei den Ärzten schrillten alle Alarmglocken. Sie wurde in derselben Nacht nach Bethel, eine Klinik mit Neurologie und Neurochirurgie, gebracht.

Hier stellte man fest, dass meine Frau zudem einen Halswirbel gebrochen hatte, der umgehend operativ versorgt werden musste. Man verlegte sie auf die Intensivstation und in dasselbe Zimmer wie Hanna. Levin war in der Kinderklinik gegenüber. Während den zwei Wochen seines Krankenhausaufenthalts war immer jemand aus der Familie bei ihm. So war er nach meinen Besuchen nie allein, wenn ich wieder ins Krankenzimmer auf der anderen Strassenseite wechselte.

Susanne, wie sahen deine Verletzungen aus?

Susanne: Mein linker Oberschenkel und die linke Kniescheibe waren gebrochen, der rechte Oberschenkel zertrümmert. Der linke Arm und der zweite Halswirbel gebrochen. Meine Lunge war eingefallen. Der Frontallappen meines Gehirns war verletzt und drei der vier Pulsadern, die zum Hirn hochgehen, beschädigt, eine komplett verschlossen. Das Risiko, einen Hirnschlag zu erleiden, wurde extrem hoch eingestuft, deshalb sedierten die Ärzte mich ganz tief.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 08/2021

Zurück


Wir möchten Christen ermutigen, ihren Glauben zu leben und unserer Gesellschaft den Wertmassstab der Bibel aufzeigen.
Damit das gelingt, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.
 

Neue News

© Donatella Veneziani
Glaube

Die Johannisbeeren

Heute sind Lia und Levi Briefträger. Sie haben ihre Kindergartentäschchen umgehängt, darin stecken lauter klein zusammengefaltete, selbstgemalte Bilder.

[mehr] Die Johannisbeeren
© Shutterstock PeopleImages
Glaube

Frontmann

Du würdest für deine Familie sterben – aber lebst du auch für sie?

[mehr] Frontmann
© Shutterstock Shyntartanya
Schöpfung

Vorräte trocknen

Schätze aus der Natur sammeln

[mehr] Vorräte trocknen

Mehr entdecken

factum – Mensch. Natur. Glaube.
Neben ethos bringt der Schwengeler Verlag auch die Zeitschrift factum heraus. Das Magazin steht für die Themen Mensch, Natur und Glaube. Vielfältig, kompetent und verlässlich werden darin die Wurzeln moderner Zeiterscheinungen anhand der Bibel beleuchtet, was zu einem besseren Verständnis unserer Zeit beiträgt. Darüber hinaus finden sich Artikel über die Schönheit und Genialität der Schöpfung, die zeigen, dass es absolut plausibel ist, an einen Schöpfergott zu glauben.

ethos open hands 

Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.