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von Peter Imming

Klima. Umwelt. Leben. Hoffnung.

Hitzewellen, Bodentrockenheit und Starkregen. Ausbeuterische Gewinnung von Rohstoffen. Naturschutz gegen Klimaschutz. Angesichts solcher Schlagzeilen helfen Panikmache und Aktionismus nicht. Welche Probleme stecken hinter den Umweltkrisen unserer Zeit?

Leben lässt sich nicht mit einem einfachen Satz definieren. Dafür ist es zu schön, zu vielfältig, zu besonders, zu bewegt und bewegend. Leben ist robust: Bakterien, die in heissen Quellen wohnen, illustrieren dies ebenso wie Ahornsamen, die in einer Dachrinne in ganz wenig Erde keimen. Beide Beispiele zeigen auch, warum Leben labil ist. Wenn das Wasser kälter wird, gedeihen die wärmeliebenden Bakterien nicht mehr. Das Ahornpflänzchen wird bald merken, dass sein Lebensraum viel zu klein ist für das Potenzial, das in ihm steckt.

Leben ist robust, wenn es die richtige Umgebung hat. Das richtige Umfeld sind vor allem andere Lebewesen. Über-leben, Leben erhalten – das geht nur im Miteinander der Geschöpfe, im Gleichgewicht der Lebensräume und Lebensansprüche.

Zwangsläufig nutzt und gestaltet jedes Lebewesen seinen Lebensraum nach seinen Bedürfnissen. Dies hat Folgen – lebensfördernde und lebensverhindernde – für andere Lebewesen. Einige beeinflussen Lebensräume stärker und nachhaltiger als andere. Robuste Arten gedeihen in vielen Umgebungen und passen sich schnell an veränderte Bedingungen an. Elefanten gestalten durch ihre Grösse und Kraft den Lebensraum stark um; im Norden Botswanas zum Beispiel sieht man der Natur an, dass es dort grosse Elefantenherden geben muss. Und ja: Der Mensch ist der Über-Gestalter. Überall auf der Erde haben wir unsere Spuren hinterlassen. Die Spuren sind oft Schneisen, sind Müll unseres Handelns, wenn aus Überfluss Überreste geworden sind.

Zunächst einmal positiv: Menschen können Lebensräume erhalten und gestalten. Lebensraum ist nichts Statisches. Ein weiteres Merkmal des Lebens ist seine Beweglichkeit und Veränderbarkeit. Menschen kooperieren bewusst: Sie halten Haustiere, sie weisen Naturschutzgebiete aus. Menschen kooperieren aber auch unbewusst – in Bakteriensymbiosen, biologischen Kreisläufen – mit anderen Lebewesen und ermöglichen so gegenseitiges Leben und Überleben. Dieser wunderbare Aspekt des Menschseins muss betont werden, denn er ist eine starke Motivation, sich für die Erhaltung des Lebens auf der Erde einzusetzen.

Eingebunden zu sein in das Erleben und Betrachten der Lebewesen und Lebensräume der Erde – das ist eine der schönsten Freuden des Menschseins. «Alles» ist so gut. Und schön. Die Tatsache, dass Leid und Tod zum Leben auf der heutigen Erde gehören, erzeugt gerade deshalb Schmerz. Die Verletzlichkeit steigert unsere Wertschätzung und Ehrfurcht vor intaktem Leben.

Gleichzeitig sind wir Menschen in der Lage, Leben dauerhaft und in grossem Umfang zu zerstören. Der Einfluss menschlichen Handelns bedroht das Leben auf der Erde in einem Ausmass, wie es unsere weniger zahlreichen und technisch weniger mächtigen Vorfahren nicht vermochten.

Der Mensch hat schon immer Lebensräume massiv verändert. Ein bekanntes Beispiel ist die Abholzung der Wälder im Mittelmeerraum.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 02/2024


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