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von Daniel Mauerhofer

Spektakuläre Landschaften Boliviens und Argentiniens

Farbige Lagunen, atemberaubende Schluchten und der grösste Salzsee der Erde – Highlights einer Südamerikareise.

Meine Leidenschaft, als Geograf die Schönheiten der Schöpfung zu bestaunen und sie als Reiseleiter interessierten Menschen zu zeigen, erlaubt mir immer wieder, neue, besonders eindrückliche Regionen unserer Erde kennenzulernen. Es gibt Reisen, die bleiben unvergesslich, weil sie zu aussergewöhnlich schönen Landschaften führen.

Eine solche Reise durfte ich im Frühjahr 2015 unternehmen. Schon die Anreise nach Bolivien war ganz speziell, begann sie doch am tiefblauen Pazifik im Norden Chiles. Durch die eintönige Atacama-Wüste führte unser Weg zuerst nach San Pedro de Atacama (siehe «Unvergessliches Nord-Chile», ethos 4/13). Nach einem mehrtägigen Aufenthalt in der faszinierenden Atacama-Wüste ging es weiter nach Bolivien. Mit Geländefahrzeugen fuhren wir von der bolivianischen Grenze bei San Pedro Richtung Norden. Bald erreichten wir auf 4500 Meter Höhe die Laguna Verde. Dieser Bergsee, am Fuss des Bilderbuchvulkans Licancabur (5916 Meter), weist eine einzigartig grüne Farbe auf. Die Piste führte weiter durch eine farbige Wüste, überquerte bei einem Geysir-Feld einen hohen Pass (ca. 4900 Meter!), bevor wir die Laguna Colorada, auch rote Lagune genannt, auf 4200 Meter Höhe erreichten. Hier bestaunten wir eine gros­se Kolonie von Andenflamingos, die sich im roten Wasser spiegelten.

Wir fuhren weiter und erlebten eine lange, äusserst abwechslungsreiche Fahrt auf dem bolivianischen Altiplano. Nach der Übernachtung in einem einfachen Hotel in San Juan erreichten wir den Salar de Uyuni, den grössten Salzsee der Erde, eine ebene, weiss schillernde Fläche von etwa 12 000 Quadratkilometer Ausdehnung auf 3700 Meter Höhe! Mitten im Salzsee besuchten wir eine kleine Felsinsel, die Isla Incahuasi, die berühmt ist wegen ihres spektakulären Kakteenwalds. Der Blick von oben über den Kakteenwald in die unendliche Weite des Salzsees war atemberaubend schön! Nach der Übernachtung in einem Hotel, ganz aus Salz gebaut, unternahmen wir nochmals eine Fahrt auf dem Salzsee. Da es in der Nacht geregnet hatte, erlebten wir eine völlig andere Landschaft: Grosse Teile des Sees standen unter Wasser. Wir bewunderten die einzigartigen Spiegelungen des Himmels und der Wolken im See ... Der Horizont verschwamm vor uns und wir waren froh, dass unsere Fahrer in dieser

unwirklichen Stimmung die Orientierung nicht verloren. Auf der Fahrt von Uyuni nach Villazon, an der Grenze zu Argentinien, durchquerten wir nochmals eine abwechslungsreiche Landschaft von Hochebenen und Schluchten, mit immer neuen überraschenden Ausblicken.

(Artikelauszug aus ethos 02/2016)


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