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von Friedemann Goral

Trockene Pflicht oder Quelle der Freude?

Eine Begegnung mit dem lebendigen Gott. Bibellesen mit Gewinn.

Sand, nichts als Sand. Soweit das Auge reicht, nur Sand. Ungefähr 400 000 Quadratkilometer – etwa die Fläche von Deutschland und der Schweiz zusammen – und mittendrin ein einziger grüner Baum. Eine Akazie. Der «Arbre du Ténéré» stand in Ténéré, einer Sandwüste in der südlichen Sahara. Er grünte und blühte, und das bei Temperaturen von über 50 °C am Tag und unter null bei Nacht. Viele fragten sich: Wie konnte der Baum in dieser Gegend wachsen und überleben, in der es so wenig Niederschlag gibt wie an kaum einem anderen Ort auf dieser Welt? Die von der Sonne ausgeblichenen Kamelknochen sind stumme Zeugen dieser Regentschaft des Todes. Fast nichts kann hier überleben. Wie aber schaffte es dann dieser Baum?

Im Jahr 1939 gingen französische Soldaten dieser Frage im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund. Sie begannen, neben dem Baum einen Brunnen zu graben. Neun Monate später und 35 Meter tiefer fanden sie schliesslich, wonach sie suchten: Wasser. Und noch etwas: Wurzeln! Baumwurzeln so tief wie mancher Kirchturm hoch. Das war das Geheimnis des Lebens. Die Akazie der Ténéré hatte ihre Wurzeln bis ins Grundwasser getrieben. So bekam sie alles, was sie zum Leben benötigte. Und sie konnte nicht nur überleben. Der Ethnologe Henri Lhote berichtete 1961, dass die Akazie grünte und voller Blüten war. Leben in einer Welt des Todes. 

Was für ein herrliches Bild! Wie das Grundwasser für die Akazie in der nigrischen Wüste, so will Gottes Wort auch für uns eine Quelle des Lebens sein. Damit wir wie ein Baum in der Wüste in einer Welt des Todes Leben haben und Früchte bringen, die ewig bleiben.

Doch wie wird die Bibel zu einer Quelle des Lebens für uns? Ist unser Bibellesen nicht viel zu oft tot und steril? Eine lästige Pflicht? Was ist nötig, damit Bibellesen wirklich zu einem Gewinn wird?

Fata Morgana versus Tatsache

Es beginnt damit, dass die Bibel Gottes Wort ist. Sie enthält nicht Gottes Wort, sie ist Gottes Wort. In 2. Timotheus 3,16 heisst es: «Alle Schrift ist von Gott eingegeben.» Die wörtliche Übersetzung des griechischen Begriffs lautet: «Gott gehaucht». Die Schrift ist also nichts anderes als Gottes direkte Rede. Wenn wir die Bibel lesen, dann redet der Herr selbst zu uns. 

Damit sind wir auch schon bei den ersten beiden Problemen, die dazu führen, dass das Bibellesen oft so trocken und leblos erscheint.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 07/2025


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