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von Wolfgang Bühne

Als die Titanic sank

Ein hingegebener Menschenfischer bis zum letzten Atemzug: John Harper (1872–1912)

Wahrscheinlich würde man sich mehr als 100 Jahre nach dem tragischen Tod des schottischen Evangelisten John Harper weder an ihn noch an seinen «letzten Bekehrten» George Henry Cavell erinnern, wäre nicht der Untergang der Titanic mit ihren Namen verbunden.

John Harper wuchs in einer armen, aber gottesfürchtigen Familie auf. Sein Vater, ein treuer und eifriger Beter, machte seinen Kindern schon früh das Wort Gottes lieb. Dazu gehörte auch, dass er seiner Familie jede Woche eine Predigt von C. H. Spurgeon vorlas. Auf diese Weise innerlich vorbereitet, kam John im Alter von dreizehn Jahren bei einer Evangelisation zweier China-Inland-Missionare in seinem Heimatdorf zum Glauben an den Herrn Jesus. Die Liebe zu seinem Retter und der brennende Wunsch, den Menschen das Evangelium, die Frohe Botschaft, zu verkündigen, zeichneten ihn aus.

Bald schloss er sich einer Gruppe junger Männer an, die mit Begeisterung die Bibel studierten. Durch sie herausgefordert, vertiefte er sich trotz seiner bescheidenen Bildung mit grossem Eifer in die theologischen Werke der englischen Puritaner und arbeitete als Gärtner, später als Aushilfsarbeiter in einer Papierfabrik, um seine armen Eltern zu entlasten.

Schon mit 18 Jahren drängte es ihn, nach Feierabend auf den Strassen seines Heimatortes das Evangelium zu bezeugen. Und bald begann er auch in den umliegenden Dörfern an den Strassenecken Freiversammlungen abzuhalten und durfte erleben, wie sich die ersten Menschen zum Glauben bekehrten.

Nach etwa fünf bis sechs Jahren treuer Strassenpredigt wurde ein Pastor der «Baptist Pioneer Mission» in London auf diesen hingebungsvollen und begabten Evangelisten aufmerksam und ermutigte ihn, als vollzeitlicher Verkündiger des Wortes Gottes in einem Vorort von Glasgow zu evangelisieren. Gott segnete seinen Dienst, und bald entstand dort eine Gemeinde, die so stark wuchs, dass wenige Jahre später in Glasgow ein Wellblechgebäude für 500 bis 600 Besucher errichtet werden musste.

Durch viel Leid zu Herrlichkeit

Es scheint, als ob auf dem Leben und der Verkündigung dieses jungen Evangelisten ein besonderer Ernst lag. Bereits als Kind, im Alter von zweieinhalb Jahren, fiel er in einen Brunnen und konnte nur in letzter Minute von seiner herbeigeeilten Mutter wiederbelebt werden.

Im Alter von 26 Jahren unternahm er mit seinem Bruder George einen kurzen Ausflug an die Südküste Schottlands, wo sie ahnungslos durch die Irische See wateten. Plötzlich wurden sie von einer heftigen Strömung erfasst und gerieten in Lebensgefahr.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 03/2024

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