Uhr
von Sabine Kähler

Am Rande der Gesellschaft

Wer bestimmt den Wert eines Menschen? Zu Besuch bei Indiens ärmster Gesellschaftsschicht.

Im Rahmen meiner Arbeit für Contactions bin ich bisher dreimal nach Indien gereist. Dort traf ich immer wieder auf Menschen aus der untersten Schicht der indischen Bevölkerung, die bis heute Diskriminierung, Verfolgung und nicht selten auch Gewalt erfahren, vor allem in ländlichen Gebieten. Ihnen wird von der Gesellschaft gespiegelt: Du bist nichts wert! Zwar verbietet die indische Verfassung Diskriminierung aufgrund der Kaste, doch die gelebte Praxis sieht oft anders aus.

Dies kann so weit gehen, dass selbst die Berührung mit dem Schatten eines als unrein geltenden Menschen vermieden wird, dass diese nicht aus jedem Brunnen Wasser schöpfen dürfen, ihre Kinder in der Schule abseits sitzen müssen oder andere Formen der Demütigung erleben. Solche Erfahrungen prägen ihr Selbstbild und beeinflussen ihr Selbstwertgefühl.

Es erschüttert mich, gerade diesen Menschen in ihrer grossen Armut zu begegnen. Unterwegs mit einer Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Ärmsten der Armen beizustehen und konkrete Hilfe zu leisten, fällt mein Blick natürlich immer wieder besonders auf diese Personengruppe. Ich lerne Menschen kennen, die in einfachsten Hütten aus Palmwedeln «wohnen», ohne Zugang zu Strom, frischem Wasser oder Toiletten, und dort ihre Kinder grossziehen. Die Küche? Eine einfache Feuerstelle vor der Hütte. Die Ernährung? Einseitig und von Mangel geprägt. Meine Vorstellungskraft reicht nicht aus, um zu ermessen, was es bedeutet, hier zu leben, sich in der ständigen Sorge um den täglichen Reis aufzureiben, ohne Krankenversicherung, ohne Schulbildung, ohne Geld und ohne Sicherheit.

Roshini geht neue Wege

Die Siedlungen, in denen diese Menschen leben, liegen oft weit ausserhalb der grossen Städte, der Weg dorthin ist weit und beschwerlich, die Strassen schlecht. An einem dieser Orte treffe ich Roshini, eine junge, hübsche Frau. Um zu ihrem «Dorf» zu gelangen, gehen wir das letzte Stück zu Fuss und überqueren eine ungesicherte Bahnlinie. Überall liegt Müll, es riecht dementsprechend, Hunde wühlen im Dreck. Die Hütten sind teilweise mit Plastikplanen bedeckt, um in der Monsunzeit etwas Schutz zu bieten. Die Armut ist unbeschreiblich.

Roshini trägt Krankenhauskleidung, sie ist im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Krankenschwester und kommt gerade von der Arbeit nach Hause. Ihre Augen leuchten ebenso wie die ihrer Mutter, die lächelnd neben ihrer Tochter steht. Niemand in dieser Familie hat bisher einen Schulabschluss, geschweige denn eine Ausbildung – die Mutter ist stolz, aber auch voller Dankbarkeit.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 10/2023

Zurück


Wir möchten Christen ermutigen, ihren Glauben zu leben und unserer Gesellschaft den Wertmassstab der Bibel aufzeigen.
Damit das gelingt, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.
 

Neue News

Schulmedizin – Ein Auslaufmodell?

Die Schulmedizin steckt gerade in einer Vertrauenskrise. Ist sie reformbedürftig – oder bereits überholt? Sind alternative Heilmethoden die Lösung?

[mehr] Schulmedizin – Ein Auslaufmodell?

Aus Satans Trickkiste: Zweifel säen

Während des Zweiten Weltkriegs wurde von allen Kriegsparteien viel Propaganda verwendet, um den Gegner zu schwächen.

[mehr] Aus Satans Trickkiste: Zweifel säen

Unter dem Badehaus

In den königlichen Gärten von Isfahan im alten Persien stand einst ein prächtiges Badehaus. Du fragst dich vielleicht: Was ist ein Badehaus?

[mehr] Unter dem Badehaus

Mehr entdecken

factum – Mensch. Natur. Glaube.
Neben ethos bringt der Schwengeler Verlag auch die Zeitschrift factum heraus. Das Magazin steht für die Themen Mensch, Natur und Glaube. Vielfältig, kompetent und verlässlich werden darin die Wurzeln moderner Zeiterscheinungen anhand der Bibel beleuchtet, was zu einem besseren Verständnis unserer Zeit beiträgt. Darüber hinaus finden sich Artikel über die Schönheit und Genialität der Schöpfung, die zeigen, dass es absolut plausibel ist, an einen Schöpfergott zu glauben.

open hands – Hoffnung, die hilft.

Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. Ziel ist es, Menschen in Rumänien in ihrer geistlichen, materiellen und physischen Not zu helfen. Grundlage ist das Wort Gottes, die Bibel. Das Motto: Hilfe zur Selbsthilfe. Menschen werden damit zur Eigenverantwortung, zum Um- und Neudenken durch die Kraft des Evangeliums motiviert.