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von gekürzte Fassung, Andachtsheft "Zeit mit Gott", Aidlinger Schwestern

Auf den  Punkt  gebracht

Ob Ausgangspunkt, Mittelpunkt, Standpunkt oder Schwerpunkt – es ist entscheidend, welchen man wo setzt. Punkt.

Wir wissen um die Bedeutung des Punktes. Er steht am Ende eines Satzes. Punkt! Nun kann ein neuer Satz folgen; denn der vorausgehende mit seiner Aussage ist beendet. Es ist etwas abgeschlossen. Dieser Aussage ist nichts hinzuzufügen. Im Lexikon ist noch eine weitere Bedeutung des Punktes genannt: das lateinische «Punctum saliens», was bedeutet: der springende Punkt, der Kernpunkt, das Eigentliche, worum es geht. «Du hast es wieder einmal auf den Punkt gebracht», sage ich zu dem, der es geschafft hat, etwas sehr kurz und treffend auszudrücken.

 

Noch eine dritte Bedeutung des Punktes gibt es: Im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung lebte in Syrakus auf Sizilien ein gewisser Archimedes, ein Naturwissenschaftler und Erfinder. Von ihm stammt der Satz: «Gebt mir einen festen Punkt, und ich werde die Welt aus den Angeln heben.» Er meinte dies im Sinne des Hebelgesetzes. Aber diese Aussage gilt nicht nur in physikalischer Hinsicht, sondern grundsätzlich. Denn nur wer einen festen Standpunkt hat, kann etwas bewegen, andernfalls wird er bewegt. Der grosse, unwandelbare Gott hat es möglich gemacht, dass wir kleine Menschen den festen Standpunkt bei ihm einnehmen können. So bekommt unser Leben Stabilität und Sinn. Wir müssen nicht mehr in allen Zeitströmungen schwimmen, nicht alle möglichen Trends mitmachen, im Gegenteil, wir können in dieser Welt etwas bewegen, und wenn es nur unsere persönliche «kleine Welt» betrifft.

Gott hat es auf den Punkt gebracht!

Er hat das gewaltige Rettungswerk vollendet – alles ist geschehen, was zur Rettung und Erlösung der Menschen notwendig war. Dem ist nichts hinzuzufügen. Das ist Evangelium, die gute, ja, die beste Nachricht. Können wir uns noch von Herzen darüber freuen, dass Gottes Sohn den Punkt setzte? Es ist der Ausgangspunkt für etwas ganz Neues.

  1. Der Mittelpunkt

Mittelpunkt meint Zentrum, eine räumliche oder sachliche Mitte. Für Christen ist die Mitte eindeutig Gott. Als der Vater im Himmel seinen Sohn als Mensch auf die Erde sandte und dieser sich senden liess, offenbarte er, wer der Mittelpunkt der Weltgeschichte ist: Jesus Christus. Die himmlischen Boten verkündeten bei der Geburt, wer da als Mensch geboren wurde: der Heiland und Herr, an dem sich die Ewigkeit für die Menschen entscheidet. Er ist der Mittelpunkt, der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte: «Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.»

Jesus Christus will auch der Mittel­punkt unseres Lebens sein. Das ist der Platz, der ihm zusteht, denn von ihm gehen Heil und Herrschaft aus. Das bekennen alle, die zu ihm gehören. Ob wohl auch unser Herz dabei ist? Herzensbekenntnisse werden im Leben sichtbar, sie verändern unser Leben, blosse Lippenbekenntnisse tun dies nicht. Prüfen wir uns, damit wir nicht der Gefahr erliegen, Bekenntnisse auszusprechen, die uns auf dem Hintergrund christlicher Tradition allzu leicht über die Lippen gehen. Wir wissen vieles, nur: Stimmt unser Leben damit überein? Der Apostel Paulus bekennt von ganzem Herzen: «Christus ist mein Leben. Nicht mehr lebe ich mein eigenes Leben – Christus lebt sein Leben in mir.»

So zu leben bringt Entlastung. Wenn Jesus das Zentrum für uns ist, dann brauchen wir uns nicht mehr um uns selber zu drehen, vielmehr geht es um ihn und die Lebensverbindung mit ihm. Da ordnen sich die kleinen und grossen Dinge unseres Lebens.

(Artikelauszug aus ethos 1/2017)

 

 

 

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