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von Carole Huber
Eine Familie vor dem Scherbenhaufen
Paula* war erst 16 Jahre alt, als sie schwanger wurde. Es war nur eine kurze Affäre und ihr Freund machte sich aus dem Staub, als er erfuhr, dass er Vater werden würde. Paula mochte sich weder ihrer Mutter Gabriela* noch ihrer älteren Schwester Lesli* anvertrauen. «Ich wusste, wie sie reagieren würden, und darauf hatte ich keinen Bock», erzählt sie. Paula hatte in ihrer Kindheit viel Schlimmes erlebt und nie mit jemandem darüber gesprochen. Ihre «Strategie» damit umzugehen, bestand darin, die billigen Bars der Gegend zu besuchen und so das Vergangene mit seinen tiefen Verletzungen zu verdrängen. Irgendwann konnte Paula ihre Schwangerschaft aber nicht mehr verbergen. Die Mutter war wütend und enttäuscht, erklärte sich aber bereit, ihr zu helfen. Das Verhältnis zwischen den beiden blieb äusserst angespannt. Denn Paula nahm die praktische Hilfe und die finanzielle Unterstützung der Mutter zwar in Anspruch, blieb innerlich aber völlig distanziert. Das änderte sich auch nicht, als ihr Baby Liam zur Welt kam. Paula war mit der Situation total überfordert. Sie fühlte sich völlig allein, gleichzeitig war sie nicht bereit, von irgendjemandem Ratschläge anzunehmen. Sie ging aus und blieb ganze Nächte weg. «Wo warst du? Wo hast du dich herumgetrieben?», schrie ihre beunruhigte Mutter sie an, die in dieser Zeit auf Liam aufgepasst hatte. Wütend ergab ein Wort das andere und ein weiterer Streit brach aus. Die Sorgen der Mutter wurden noch grösser, als sie erfuhr, dass Paula sich wieder mit einem Mann traf, der viel älter war als sie. «Wenn sie nur nicht wieder schwanger wird!», dachte sie argwöhnisch und versuchte, auf ihre Tochter einzuwirken. «Lass mich! Ich bin kein Kind mehr!», fuhr Paula sie an. Sie begann, die Schule zu schwänzen und ging irgendwann gar nicht mehr hin. Eines Tages entdeckte die Mutter blaue Flecken an Paulas Arm. «Schlägt dich dein neuer Partner?» wollte sie wissen. «Das geht dich nichts an!», fauchte Paula und schlug die Tür hinter sich zu.
Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 02/2026
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