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von Stephan und Elisabeth Weise

Familie – lohnt sich der Aufwand?

Zwischen Kindergeschrei, unzähligen Terminen und Wäschebergen kann man sich schon mal die Frage stellen, ob das Modell «Familie» wirklich erstrebenswert ist.

Wir sind mit unseren Kindern auf der Rückfahrt von einer christlichen Konferenz, auf der seit dem letzten Tag ein böser Magen-Darm-Virus grassiert. Unsere Tochter hat es schon in der Nacht erwischt, blass und mit geschlossenen Augen sitzt sie auf der Rückbank. Plötzlich ruft unser Sohn: «Mir wird auf einmal ganz komisch!», und noch bevor das Auto zum Stehen kommt, hat sich schon sein Mittagessen über ihn und den Kindersitz ergossen. Das nächste Kind macht aus Sympathie gleich mit, diesmal immerhin ausserhalb des Autos. Da stehen wir nun mitten im Wald in der Kälte am Strassenrand und ausgerechnet heute ist die Notfallpackung Feuchttücher, die wir eigentlich immer dabeihaben, nicht aufzufinden ...

Sternstunden des Familienlebens. Es sind Momente wie diese, wo man sich fragt, wieso man sich eigentlich Kinder gewünscht hat. Wäre das Leben ohne eine Familie nicht deutlich angenehmer? Rentiert sich die Mühe?

Ja, Kinder zu haben lässt das Leben zu einem Abenteuer werden. Aber es ist ein lohnendes Abenteuer. Warum?

Der Segen einer ganz normalen, gläubigen Familie

Zuerst ist die Familie eines der wirksamsten Instrumente, das Gott verwendet, um uns in das Bild seines Sohnes umzugestalten. Rund um die Uhr in einer engen Gemeinschaft mit anderen Menschen zu leben, füreinander verantwortlich zu sein und das gesamte Leben zu teilen ist eine grosse Herausforderung. Familie formt unseren Charakter, sie zeigt uns unsere Abhängigkeit von Gott, lehrt uns Nachsicht, Demut und Flexibilität. Gott schleift an unseren Ecken und Kanten gerade durch die unterschiedlichen Charaktere, die er in eine Familie platziert. Vor wie viel Eigenbrötelei und Egoismus wurden wir allein durch den Umstand bewahrt, dass wir geheiratet und Kinder bekommen haben!

Ausserdem ist Familie der Ort, an dem die meisten Menschen zum Glauben kommen, oft in sehr jungen Jahren. In einer aktuellen Umfrage unter im Dienst aktiven Christen gaben 43 % an, sich vor dem 12. Lebensjahr bekehrt zu haben und 75 % der Befragten sagten, dass die eigenen Eltern oder andere enge Familienmitglieder dafür entscheidend waren. Unsere Familien haben für die Verbreitung des Evangeliums auf dieser Welt also eine ganz zentrale Bedeutung.

Familie ist ausserdem der Bereich, in dem Gott uns grösstes irdisches Glück schenkt: Die Ehe und der Auftrag, Kinder zu bekommen, gehören zu den wenigen Dingen, die wir aus dem Paradies mitnehmen konnten. Trotz aller «Sternstunden am Strassenrand», auf die wir gerne verzichten würden: Wie viel Schönes haben wir alle mit unseren Familien schon erlebt! Wie viel Trost, Wärme und Freude hat Gott in diese engsten menschlichen Beziehungen hineingelegt, so unvollkommen sie auch sind.

Familie in der Bibel

Charakterschule, Missionsstation, Gottesgeschenk: Familie erfüllt einen wichtigen Zweck in Gottes Plan. Sie ist keine Randnotiz, kein notwendiges Übel, sondern eine geniale Erfindung unseres Schöpfers. In der Bibel sehen wir seinen Gefallen daran, Geschichte mit Familien zu schreiben: Er beginnt die Menschheitsgeschichte mit einem Ehepaar, das zu einer Familie wird. Er verschont bei der Sintflut keine Einzelpersonen, sondern eine Familie. Er beruft Abraham und macht ihn zum «Vater der Glaubenden». Und er lässt seinen eigenen Sohn in einer ganz normalen Familie mit mehreren Geschwistern auf die Welt kommen.

Die Bibel idealisiert Familie nicht. Im Gegenteil, sie schildert offen die ganze Bandbreite an Problemen, mit denen Familien damals wie heute kämpfen: rebellische Kinder, nachlässige Eltern, missratene Söhne, schwierige Töchter, Streit, Lieblingskinder, Verbitterung, Neid, Ehebruch. Da ist ein Ehepaar, das durch das Verhalten seines erwachsenen Sohnes aller Lebensfreude beraubt wird, ein Vater, der von seinem eigenen Sohn mit dem Tod bedroht wird.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 11/2023

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