Uhr
von Silke Berg

Feigenblätter oder Felle?

Wer – wenn nicht ich – deckt meine Blösse zu?

Folgendes Angebot habe ich im Internet gefunden: «Feigenblätter XL, getrocknet, mit einer durchschnittlichen Grösse von 10 cm Durchmesser». Vielleicht waren die Feigenblätter im Garten Eden damals grösser? Trotzdem brauchten Adam und Eva mehrere davon, um ihre Blösse zu bedecken.

In der Kirchenkunst werden nackte Personen vorzugsweise mit Feigenblättern dargestellt, besonders wenn es um die Geschichte des Sündenfalls geht. Das Feigenblatt wurde geradezu ein Symbol, um Nacktheit zu bedecken, oder der Versuch, etwas zu verstecken. Unsere Redewendung «Kein (Feigen-)blatt vor den Mund nehmen» rührt von diesem Hintergrund her.

Die neue Scham

In dem wunderschönen Gemälde von Michelangelo «Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies» kommen noch nicht einmal Feigenblätter vor. Auf der rechten Bildseite werden Adam und Eva nackt dargestellt. Und ich frage mich: «Wo sind die Felle?»

Bei der Schilderung des Sündenfalls in 1. Mose 3,7 lesen wir, dass sich Adam und Eva Schurze aus Feigenblättern machten, nachdem sie ihre Nacktheit erkannt hatten. Es war der hilflose Versuch, das Gefühl der Scham zu verstecken. Denn im zweiten Kapitel, Vers 25, heisst es noch: «Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.» Scham zu empfinden war etwas Neues für die beiden und sie suchten und fanden eine Lösung für sich. Als Gott nach ihnen rief, antwortete Adam: «... ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und versteckte mich.» Adam und Eva wussten genau, dass die Feigenblätter ihre Nacktheit nicht wirklich verbergen konnten. Aber Gott erbarmte sich des Menschen: «Und Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Leibröcke aus Fell und bekleidete sie» (1. Mose 3,21) – eine komplett andere Kategorie von Kleidungsstück! Jetzt waren Adam und Eva wirklich «bekleidet»!

Warum Felle? Was bedeuten sie? Ein Tier musste sterben, damit die Menschen bekleidet werden konnten – dies der erstmalige Hinweis auf das Opfer unseres Herrn Jesus, der für uns sterben musste, damit wir Vergebung unserer Sünden bekommen und frei ausgehen. Die Bibel spricht von «Kleidern des Heils» (Jes. 61,10), «Feierkleidern» (Sach. 3,4) und von «weissen Gewändern» (Off. 6,11 und 7,14). Immer geht es darum, dass Menschen von Gott bekleidet werden, oder, wie in der letzten Stelle, die Gewänder weiss werden durch das Blut des Lammes. Sie zeigen deutlich: Menschen können sich im geistlichen Sinn nicht selbst bekleiden. Das vermag nur Gott, und er tut es ausschliesslich durch ein Opfer.

Vergebung unserer Sünden bekommen wir allein durch den Glauben an das Opfer des Herrn Jesus, das er am Kreuz vollbracht hat. Nur so, bekleidet mit reinen, weissen Kleidern, können wir vor dem gerechten Gott bestehen und müssen uns vor ihm nicht mehr verstecken.

Prägt diese Tatsache auch unser tägliches Leben? Oder haben die Feigenblätter in der Praxis noch nicht ausgedient? Sind die fehlenden Felle auf Gemälden vielleicht ein Ausdruck davon, dass wir Menschen immer noch nicht die Tragweite von Gottes Lösung für unser Dilemma erkannt haben?

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 09/2020.

Zurück


Wir möchten Christen ermutigen, ihren Glauben zu leben und unserer Gesellschaft den Wertmassstab der Bibel aufzeigen.
Damit das gelingt, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.
 

Neue News

Schulmedizin – Ein Auslaufmodell?

Die Schulmedizin steckt gerade in einer Vertrauenskrise. Ist sie reformbedürftig – oder bereits überholt? Sind alternative Heilmethoden die Lösung?

[mehr] Schulmedizin – Ein Auslaufmodell?

Aus Satans Trickkiste: Zweifel säen

Während des Zweiten Weltkriegs wurde von allen Kriegsparteien viel Propaganda verwendet, um den Gegner zu schwächen.

[mehr] Aus Satans Trickkiste: Zweifel säen

Unter dem Badehaus

In den königlichen Gärten von Isfahan im alten Persien stand einst ein prächtiges Badehaus. Du fragst dich vielleicht: Was ist ein Badehaus?

[mehr] Unter dem Badehaus

Mehr entdecken

factum – Mensch. Natur. Glaube.
Neben ethos bringt der Schwengeler Verlag auch die Zeitschrift factum heraus. Das Magazin steht für die Themen Mensch, Natur und Glaube. Vielfältig, kompetent und verlässlich werden darin die Wurzeln moderner Zeiterscheinungen anhand der Bibel beleuchtet, was zu einem besseren Verständnis unserer Zeit beiträgt. Darüber hinaus finden sich Artikel über die Schönheit und Genialität der Schöpfung, die zeigen, dass es absolut plausibel ist, an einen Schöpfergott zu glauben.

open hands – Hoffnung, die hilft.

Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. Ziel ist es, Menschen in Rumänien in ihrer geistlichen, materiellen und physischen Not zu helfen. Grundlage ist das Wort Gottes, die Bibel. Das Motto: Hilfe zur Selbsthilfe. Menschen werden damit zur Eigenverantwortung, zum Um- und Neudenken durch die Kraft des Evangeliums motiviert.