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von Karl Schwendener
Freediving mit Haifischen
Können Sie sich vorstellen, beim Tauchen einem Hai zu begegnen? Vor drei Jahren bot sich mir die Gelegenheit, diese zu Unrecht verschrienen Meeresbewohner näher kennenzulernen. Für viele Taucher zählt eine Begegnung mit Haien unter Wasser und ohne Käfig zu den absoluten Highlights. In die Faszination solcher Momente mischt sich jedoch meist auch ein ungutes Gefühl: Wie werden die Haie reagieren? Was bedeutet es, wenn sie vor Tauchern auf- und abschwimmen, sie umkreisen und sich immer wieder nähern?
Die Workshops der «SharkSchool» unter der Leitung von Dr. Erich Ritter geben darauf Antwort. «SharkSchool», Hai-Schule, steht für das Interagieren mit Haien. In diesen Kursen lernen die Taucher, Körpersprache und Verhaltensweisen von Haien sowie Situationen zu interpretieren, und – was das Wichtigste ist – sich wohl zu fühlen und die Begegnung mit einem Hai zu geniessen.
Haie sind von Natur aus sehr scheu und vorsichtig, aber auch neugierig und interessiert daran, was in ihrer Umgebung passiert. Es gibt keine gefährlichen Haie, nur gefährliche Situationen! Leider ist diese Tatsache in der breiten Öffentlichkeit wenig bis gar nicht bekannt, sodass Haie von den Medien fast ausnahmslos als Bestien dargestellt werden. Weltweit baden jährlich Milliarden von Menschen im Meer, von den rund 60–80 Unfällen mit Haien enden pro Jahr etwa 7–10 tödlich. Zum Vergleich: Im Strassenverkehr sterben in Europa jedes Jahr mehr als 25 000 Menschen, weltweit ca. 1,2 Millionen.
Der Schweizer Dr. Erich Ritter gilt als führender Hai-Kommunikations- und Interaktionsforscher. In seinen Workshops räumt er mit alten Vorurteilen auf. Er gibt nicht nur Interaktions-Anleitungen zu Begegnungen mit Haien, sondern auch detaillierte Erklärungen, warum Menschenblut keine Haie anlockt, eine Verwechslung von Surfern und Seehunden nicht stattfindet oder welches die wirklichen Auslöser für die seltenen Haiunfälle sind.
(Artikelauszug aus ethos 7/2017)
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