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von Roland Gerth

Graubünden ist besonder

Das Bündnerland ist aufgrund seiner bergigen, oftmals schwer zugänglichen Landschaft nur dünn besiedelt. Drei UNESCO-Welterbestätten, ein Nationalpark und drei Naturpärke sind hier anzutreffen. Ich habe einige Highlights aufgespürt, die die Vielfalt der Regionen Vorderrhein, Mittelbünden, Engadin und der Südtäler in einem besonderen Licht zeigen.

«Grand Canyon» der Schweiz

Das bekannteste Naturdenkmal der Region Vorderrhein ist sicher die Ruinaulta. Begonnen hat die Geschichte der Vorderrheinschlucht mit dem gewaltigen Flimser Bergsturz. Vor ein paar tausend Jahren  Jahren donnerten über 10 000 Millionen Kubikmeter Fels zu Tal. Sie stürzten über 1000 Meter in die Tiefe und begruben das Tal unter einer mehrere hundert Meter dicken Schuttmasse. Der Vorderrhein konnte nicht mehr abfliessen und es bildete sich ein 25 Kilometer langer See. Mit der Zeit schnitt sich der Fluss tief in die Bergsturzmassen ein, der See floss ab und die Rheinschlucht, die Ruinaulta, wurde geformt.

Heute können die gewaltigen, bis zu 350 Meter hohen Steilwände mit ihren bizarren Felsformen von verschiedenen Aussichtsplattformen oder vom Rhein-ufer aus betrachtet werden.

Zugegeben, der Aufstieg zur Greina ist lang und beschwerlich. Aber es lohnt sich, denn am Ziel erwartet den Besucher auf 2200 Metern eine naturbelassene Hochebene, die an nordische Gegenden erinnert. Beinahe wäre diese einzigartige Landschaft zerstört worden. Geplant war nämlich hier oben ein Staudamm, und erst nach heftigem Widerstand 1986 verzichtete man auf dieses umstrittene Werk.

Ein Landwasserviadukt von Weltruf

Auch der Hinterrhein hat die Landschaft eigenwillig gestaltet. Die Rofla-, aber auch die Viamalaschlucht sind eindrückliche Zeugen, wie sich das Wasser durch das harte Gestein gearbeitet hat. «Via mala» bedeutet: der schlechte Weg. Gemeint war das schwierige Stück, das es zu überwinden galt, wenn man von Chur über die Pässe Splügen oder San Bernardino nach Italien gelangen wollte.

Am Ausgang der Viamala, oberhalb der Gemeinde Sils i. D., befindet sich die Bronzesiedlung Carschenna. Hier wurden 1965 etwa 200 Steinritzungen entdeckt, die ein Alter von 3500 Jahren aufweisen. Nicht ganz so alt, aber immerhin aus dem 12. Jahrhundert, stammt die Kirchendecke von Zillis. Sie ist ein Juwel kirchlicher Malerei und besteht aus 153 quadratischen Tafeln.

Die Albula- und Berninastrecke der Rhätischen Bahn gehört seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hauptattraktion ist der Landwasserviadukt bei Filisur, der Bahntouristen aus aller Welt anlockt. Der idyllische Palpuognasee wurde 2007 im Schweizer Fernsehen vom Publikum zum «schönsten Flecken der Schweiz» gewählt. Er liegt im Parc Ela an der Albulapassstrasse und ist vor allem im Herbst, wenn sich die Lärchen golden einfärben, eine wahre Augenweide.

Lesen und betrachten Sie die ganze Fotoreportage in ethos 10/2020.

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