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von Carmen Shamsianpur
Interkulturelle Ehen als Christen meistern
Wir sind ein deutsch-iranisches Ehepaar, ich aus Deutschland, mein Mann Afshin aus dem Iran. Ausser unserem kulturellen und religiösen Hintergrund gibt es auch sonst kaum Gemeinsamkeiten in dem, wie wir aufgewachsen sind und geprägt wurden. Um es gleich vorwegzusagen: Der Schlüssel für unsere Einheit ist Jesus. Interkulturelle Ehen können natürlich auch bei nicht christlichen Paaren funktionieren. Aber die Scheidungsrate ist laut Statistiken über 60 Mal höher als bei Paaren aus demselben Herkunftsland – und das, obwohl interkulturelle Ehen gesellschaftlich noch nie so anerkannt waren. Es war überhaupt kein Problem, meinen Eltern zu sagen, dass ich einen iranischen Flüchtling heiraten will. Das wäre früher ganz anders gewesen. Unsere Herausforderungen wären viel grösser, wenn wir uns ständig vor unserem gesamten Umfeld verteidigen müssten. Trotzdem können wir beide sagen: Unsere Beziehung hätte ohne Jesus keine Zukunft. So aber haben wir das stabilste Fundament überhaupt.
Vorgeschichte
Als Scheidungskind mit einer eigenen chaotischen Beziehungskiste wusste ich nach meiner Bekehrung aus Erfahrung, dass ein Partner an meiner Seite mich nicht glücklich macht. Als ich mein Leben Jesus gab, fühlte ich mich zum ersten Mal wirklich ausgefüllt. So war ich viele Jahre lang glücklich als Single. Weder sehnte ich mich nach einem Mann, noch betete ich dafür. Ich hatte Gott zu dem Thema nur eine einzige Sache gesagt: «Wenn du mir einen Mann geben willst, dann muss es so sein, dass wir dir zusammen besser dienen können als ich allein. Sonst will ich gar keinen.» Elf Jahre später war es soweit.
Afshin und ich waren nicht ineinander verliebt. Genau genommen hatte Afshin eine Wunschfrau im Iran. Viele Jahre hatte er vergeblich versucht, sie für sich zu gewinnen, und nun hoffte er, dass es mit Gottes Hilfe vielleicht klappen würde. Ich wusste davon, wie ich so ziemlich alles von Afshin wusste, weil ich als Einzige seine Sprache sprach und deswegen seine Lebensbeichte und sämtliche Seelsorgen übersetzt hatte. Deswegen wusste ich, dass er es mit Jesus wirklich ernst meinte, aber auch, dass er noch einen weiten Weg vor sich hatte.
Gott musste bei uns beiden viel Überzeugungsarbeit leisten. Als Afshin sich sicher war, dass ich seine Frau werden sollte, kämpfte er noch viele Wochen lang damit, es mir zu sagen. Zu Recht. Ich erteilte ihm eine knallharte Abfuhr – ohne Gott gefragt zu haben. Das war normalerweise nicht meine Art, aber mein Verstand sagte mir so sicher, dass das zu diesem Zeitpunkt unmöglich war, sodass ich gar keinen Anlass sah, über der Frage zu beten. Afshin war noch neu in Deutschland. Als Flüchtling aus dem Iran hatte er weder einen Aufenthaltsstatus noch eine Arbeitserlaubnis. Er sprach kein Deutsch und tat sich auch schwer damit, es zu lernen. Eine Kindheit im Raketenhagel des Iran-Irak-Krieges, einschlägige Gewalterfahrungen, 20 Jahre harte Drogen und Jahre im Gefängnis hatten ihre Spuren hinterlassen. Ich wusste, dass Gott alles wiederherstellen konnte, besonders dann, wenn Afshin weiter so entschlossen als Christ leben würde. Aber es war auch offensichtlich, dass es Jahre dauern würde, bis ein Fundament für eine stabile Ehe und Familie gelegt war.
Doch Gott sah das anders. Als ich mit ihm diskutierte und ihm all die guten Gründe aufzählte, warum das so nicht klappen konnte, sagte er nur: «Du begrenzt mich.» Damit war die Diskussion beendet. Wenn es der Wille Gottes war, dann konnte er Afshin und mich und alle anderen davon überzeugen und das Unmögliche möglich machen. So kam es auch. Drei Jahre nach diesem turbulenten Start haben wir geheiratet. Afshin war inzwischen in Deutschland anerkannt und hatte Arbeit gefunden. Ausserdem hatten wir uns ineinander verliebt. Ich bin Gott sehr dankbar dafür, dass er uns von dieser Ehe überzeugt hat und nicht wir ihn. Der Wille Gottes ist ein viel stärkeres Fundament als grosse Gefühle und gute Voraussetzungen in Familie, Status und Finanzen.
Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 07/2020.
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