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von Kevin Winterhoff

Kalahari

Ein Freund und ich planen, nach Südafrika zu fliegen. Unser Ziel: Löwen, Geparde und möglichst auch Leoparden bei der Jagd zu beobachten und zu fotografieren. Von meiner Frau bestärkt, nehmen wir das Abenteuer Kalahari in Angriff.

Geruch der Freiheit

Der Traum von Afrika ist weit mehr, als exotische Tiere, Pflanzen und Begegnungen mit Menschen einer anderen Kultur. Man erschliesst ihn sich durch verschiedenste Sinneseindrücke. Er riecht so ganz andersartig. Wunderbar. Unvergesslich, diese eigentümliche Mischung aus staubhaltiger Luft und gegrilltem Fleisch. Untrennbar mit den Weiten der Kalahari verbunden. Riecht so Freiheit?

Die Landschaft der Kalahari lässt sich nicht eindeutig zuordnen. Viele beschreiben sie als Wüste, was nicht ganz stimmt. Es handelt sich vielmehr um eine Dornstrauchsavanne, geprägt von grosser Trockenheit mit jährlichen Niederschlägen von 200 bis 500 mm, die jedoch unregelmässig auftreten. Der Auob und Nossob, zwei Flüsse im südafrikanischen Teil der Kalahari, führen nur alle paar Jahre für kurze Zeit Wasser. Beim Auob kommt das etwa alle elf Jahre vor, beim Nossob alle 60 Jahre. Es verwundert daher nicht, wenn der Begriff Fluss dort eine etwas andere Bedeutung hat. So kann man ihn die meiste Zeit mit dem Auto befahren statt mit einem Boot.

Zahlreiche rotsandige Dünen erinnern ein wenig an die weiter westlich gelegene Namib-Wüste. Ebenso die ikonischen Oryx-Antilopen, das Wahrzeichen des Parks, die man überall antrifft. Wegen der grossen Dürre leben in der Kalahari keine Dickhäuter wie Elefanten, Nilpferde oder Nashörner. Hingegen gibt es eine erstaunliche Zahl von Geparden, Löwen, Leoparden und anderen Raubtieren, welchen es offensichtlich nicht an Beutetieren auf ihrer Speisekarte mangelt.

Gut zu wissen

Eine gute Vorbereitung für eine Reise in die Kalahari ist unerlässlich. Wichtig zu wissen: Die Kalahari ist ein grenzübergreifender Nationalpark, der Gebiete in Südafrika, Namibia und Botswana umfasst. (Wir beschränkten uns auf den südafrikanischen Teil.) Es empfiehlt sich, die Unterkünfte mindestens ein halbes Jahr, besser noch ein Jahr im Voraus zu buchen. Kurzentschlossene werden kaum etwas finden.

Generell hat man die Wahl zwischen Cottages oder Camps (Haus oder Zelt). Auch Camping-Aufbauten auf Autos sind sehr beliebt. Viele reisen mit sogenannten Dachzelten. Bei den Camps unterscheidet man zwischen staatlichen und privaten, wobei letztere meist teurer und luxuriöser ausgestattet sind. Sämtliche Camps sind umzäunt und absolut sicher.

Ein besonderes Abenteuer bieten sogenannte Wildernesscamps. Diese verfügen über keinerlei Umzäunung und sind kleiner. Hier kann man wirklich im Einklang mit der Natur übernachten, weitab von jeglicher Zivilisation! Manche dieser Camps bestehen aus gerade einmal vier Häusern und einem Nationalparkmitarbeiterhaus.

Eines Abends, wir haben eben den Sternenhimmel fotografiert und sind in unser Haus zurückgekehrt, hören wir in nächster Nähe zwei Löwen brüllen. Wir haben sie – oder sie uns – um nur etwa fünf Minuten verpasst! Am nächsten Morgen finden wir ihre Spuren direkt vor unserer Hütte. Uns trennten also gerade einmal 20 Meter Luftlinie! Unsicher haben wir uns dennoch nie gefühlt.

Man kann sowohl vom Norden aus über Namibia wie auch über Südafrika in die Kalahari einreisen. Bei dieser südlichen Route, welche wir wählten, fliegt man bis Johannesburg und dann idealerweise bis nach Uppington, einem kleinen Provinzflughafen mit viel Charme und wenig Passagieren. Von dort dauert es nur noch 2 1/2 Stunden bis zum Eingang Twee Rivieren.

Als Mietauto kommt ausschliesslich ein Geländewagen infrage, denn die Strassen im Nationalpark sind Sandpisten und besonders die Wege zu den Wildernesscamps anders nicht befahrbar. Buchungen können über Mietwagen-Vergleichsportale oder direkt bei den Anbietern getätigt werden.

(Lesen Sie die ganze Reportage in ethos 07/2018 und bewundern Sie dazu die wunderschönen Fotostrecken)

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