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von Kathryn Butler

Kann der Tod etwas Gutes sein?

Die Trauer des Herzens und die Verheissung des Himmels

Was verstehen Sie unter einem ‹guten Tod›?» Die Frage der Interviewerin traf mich unerwartet. Wir hatten zuvor 90 Minuten lang intensiv über Sterbebegleitung, lebenserhaltende Massnahmen, Hospizpflege und Patientenverfügungen gesprochen. Ich hatte mich sicher durch all diese schwierigen Themen navigiert, aber diese Frage liess mich kurz stocken. «Ich hasse diesen Ausdruck», antwortete ich schliesslich.

Überrascht hob sie die Augenbrauen. «Wirklich? Warum?»

«Während sie auf eine Antwort wartete, schossen mir unzählige Bilder durch den Kopf – von geschwollenen Augen und Tränen überfluteten Wangen, von verzweifelten Händen, die sich an mir festklammerten, während geliebte Menschen vor Schmerz fast zusammenbrachen. Ich hörte die Fragen, die nach dem letzten Atemzug in der Luft verwehten, und die Schreie derer, die von der Schockstarre und dem unermesslichen Herzschmerz überwältigt wurden.

«Weil der Tod niemals gut ist», sagte ich schliesslich. Die Erinnerung an diese Momente überwältigte mich, und meine Stimme brach. «Trauer zeigt uns die Tragödie der menschlichen Zerbrochenheit. Dass wir weinen, deutet auf eine Aufhebung der von Gott geschaffenen Ordnung hin. Gott hat uns nicht für den Tod geschaffen.»

Selbstbestimmt sterben?

In vielen westlichen Ländern hat sich der Blick auf den Tod gewandelt. Der Begriff «guter Tod» hat an Bedeutung gewonnen, besonders im Zusammenhang mit der Legalisierung der Sterbehilfe. In Kanada etwa starben 2021 mehr als 10 000 Menschen durch ärztlich assistierten Tod – sei es durch Euthanasie (Verabreichung einer tödlichen Dosis Medikamente) oder Suizidbeihilfe. Das Gesetz könnte bald auch Menschen mit psychischen Erkrankungen diese Möglichkeit eröffnen. In den USA setzen immer mehr Bundesstaaten auf die Legalisierung von ärztlich assistiertem Suizid.

Diese Entwicklungen reflektieren eine wachsende Ansicht, dass der Tod nicht länger als das tragische Ergebnis des Sündenfalls gesehen wird, sondern als eine Option, um unnötiges Leid zu beenden. In dieser Denkweise ist der Tod «gut», wenn er den Schmerz lindert. Diese Haltung stellt das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen in den Mittelpunkt – wir leben für uns selbst, nicht für Gott.

Doch die Bibel beschreibt den Tod anders. Er ist nicht etwas, das es zu feiern gilt, sondern «der letzte Feind» (1. Kor. 15,26) und der Lohn der Sünde. Nur durch Gottes Erlösung können wir ihn überwinden (Röm. 6,23). Satan «verkleidet sich als ein Engel des Lichts» (2. Kor. 11,14).

Der Schmerz der Trauer

Gott hat mich oft mit der brutalen Realität des Todes und der Trauer konfrontiert. Als Unfallchirurgin erlebte ich sowohl plötzliche als auch langwierige Todesfälle mit. Einige dieser Erinnerungen sind tief in meinem Gedächtnis verankert – wie das Schreien einer Mutter, die ihren Sohn nach einem Autounfall verlor, oder die verzweifelten Rufe eines Vaters, der über den Verlust seiner Tochter weinte. Die Familien – so viele –, die die Hände ihrer Angehörigen hielten und leise weinten, während die Kurve auf dem Monitor immer weiter abfiel. Danach schwebten sie aus dem Zimmer, als würden sie durch einen Traum taumeln, mit blutunterlaufenen Augen, ihre Gedanken weit weg und ungläubig.

Kein einziges dieser Erlebnisse war unberührt von Schmerz. Selbst in Fällen, in denen der Tod erwartet wurde, hinterliess der Verlust eine klaffende Wunde. Angehörige, die sich auf das Sterben eines geliebten Menschen vorbereitet hatten, kämpften mit dem unerwarteten, stechenden Schmerz der endgültigen Abwesenheit. Es war, als wäre ein Teil ihres Herzens herausgerissen worden. Wochen nach einem Verlust kamen Familienmitglieder zu mir und erzählten, wie tief sie die Trauer erschütterte, obwohl sie sich auf den Tod vorbereitet hatten. Erinnerungen an kleine Gewohnheiten des Verstorbenen, wie seine Vorliebe für Emojis oder das morgendliche Telefonat, rissen ihre Wunden wieder auf. Sie hatten sogar Schwierigkeiten zu atmen.

Der Verlust eines geliebten Menschen hinterlässt immer eine Leere.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 06/2025

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