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von Nicola Vollkommer

«... morgen fang ich wirklich an!»

Gibt es eine Lösung gegen Aufschieberitis? Warum fällt es uns so schwer, anzufangen, dranzubleiben und Dinge zu Ende zu bringen? Warum ist «morgen» oft verlockender als «jetzt»?

Endlich setze ich mich hin, um mir Gedanken zum Thema in der Überschrift zu machen. Eigentlich wollte ich schon vor einer Stunde beginnen und sage zu mir selbst ununterbrochen: «Ich sollte dringend mal anfangen.» Irgendwann nervt mich dieser Gedanke so sehr, dass es weniger Mühe kostet, mich einfach ans Schreiben zu setzen, als mich ständig gegen das schlechte Gewissen zu wehren. 

Einen Artikel zu schreiben, kostet zunächst Überwindung. Immerhin bedeutet es: Konzentration, harte Denkarbeit, das Nachschlagen von Bibelstellen, die Suche nach Quellen und Beispielen. Arbeit eben. Danach folgt das Korrekturlesen, Verbesserungen anbringen, nie ganz zufrieden sein, dann losschicken und hoffen, dass die Redakteurin zufrieden ist. 

Komisch, wie einem in solchen Augenblicken plötzlich alle möglichen Dinge einfallen, die man noch erledigen müsste. Ach, die Blumen – seit Langem nicht mehr gegossen. Noch einmal nach E-Mails schauen – immer eine gute Ausrede. Man könnte ja etwas verpassen. Es könnte etwas Dringendes dabei sein. Auch bei den Chat- und WhatsApp-Nachrichten. Und wenn ich schon dabei bin ... hier und da surfen, der Weltuntergang oder die Ankunft des Herrn könnte passiert sein, und ich hätte es beinahe nicht mitbekommen. Eine zweite Tasse Kaffee zwischendrin – die erste war schon vor einer Stunde. Oh, da wartet so viel Geschirr darauf, gespült zu werden, ich räume es kurz in den Spüler, wenn ich schon dabei bin. Den Ablenkungen ist kein Ende: Zähne putzen, Bücher aufräumen, Bibel lesen, eine Runde Klavier spielen, spazieren gehen, einen Termin beim Friseur ausmachen ... Und danach fange ich wirklich an, falls mir die Ablenkungen ausgegangen sind.

Ich vermute, ich bin nicht die einzige Prokrastinations-Sünderin, die anspruchsvolle Aufgaben gerne vor sich herschiebt. Für mich ist es manchmal eine ziemliche Belastung in einem Alltag, in dem es – gefühlt zumindest – kaum Aufgaben gibt, die nicht anspruchsvoll sind. Sich hinzusetzen und zu schreiben kostete mich schon damals Überwindung, als ich Aufsätze in der Schule schreiben musste. 

Was ist eigentlich das Problem? Der Auftrag muss durchgeführt werden, da führt kein Weg dran vorbei. Warum ihn nicht einfach ... durchführen? Sich hinsetzen und anfangen? Was ist daran so schlimm? Bis ich die Datei «IN ARBEIT ARTIKEL FÜR ETHOS» auf meinem Desktop geöffnet habe und lostippe, ist ein kleines inneres Selbstgespräch gelaufen, das für mich inzwischen zigmal am Tag Routine ist und ohne das ich keine Aufgabe jemals zu Ende bringen würde. Und – wen überrascht es? – da hat das Wort Gottes auch ein paar deftige Tipps auf Lager.

Denn die Unwilligkeit, sich sofort an wichtige Aufgaben zu setzen, kann sich auch auf unser geistliches Leben auswirken. Dort geht es nicht mehr lediglich um ein Manuskript, das auf den letzten Drücker fertiggeschrieben wird, sondern um Entscheidungen, bei denen es um Leben und Tod geht. Um Treue oder Verrat. Um Heiligkeit oder Sünde. Um die alles entscheidende Frage, wem ich mit meinem Leben eigentlich dienen will.

Eine ehrliche Problemanalyse ist in solchen Fällen ein guter Anfang. Wer seine Feinde kennt, kann sie bekämpfen – sei es in den Pflichten des Alltags oder in unserem geistlichen Wandel. Hier sind einige Gründe für die Krankheit «Aufschieberitis» und ein paar Ideen, wie man sie bekämpfen kann.

Feind Nr. 1: Einfache, schlichte Müdigkeit

Der Geist ist ach so willig. Er will Berge erklimmen, die Welt retten, dem Herrn mit ganzer Kraft dienen, um die Wette beten.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos01/2026

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