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von Elisabeth Weise
Mütter – Gottes Mitarbeiter
Wir Mütter haben immer zu tun, in jeder Lebensphase unserer Kinder. Zuerst der Wickelmarathon, dann die ausgefüllten Kinderjahre, als Krönung die Pubertät. Und wofür tun wir das? Wir möchten so gerne, dass unsere Kinder zu selbständigen, verantwortungsbewussten Menschen heranwachsen, die den Herrn Jesus lieben und ihm von ganzem Herzen nachfolgen. Und dafür wickeln, fahren, waschen, putzen, kochen und beten wir viele Tage, Wochen, Monate, Jahre. Gleichzeitig ist uns bewusst, wie ohnmächtig wir sind, denn nur Gott kann die Herzen unserer Kinder wirklich verändern. Wer tut nun also die Arbeit? Sind wir es oder Gott?
Häufig kommt im Neuen Testament das Wort «Mitarbeiter» vor. Es gibt Mitarbeiter an der Wahrheit (3. Joh. 8), Mitarbeiter an der Freude (2. Kor. 1,24), Mitarbeiter am Reich Gottes (Kol. 4,11), verschiedene Mitarbeiter von Paulus (z. B. 2. Kor. 8,23; Phil. 2,25). Zweimal aber findet sich auch der interessante Ausdruck «Mitarbeiter Gottes» (1. Kor. 3,9; 1. Thess. 3,2, 6 Jes. 66,13). Wie ist das zu verstehen? Hilft Gott uns bei unserer Arbeit? Oder helfen wir ihm? Beim Nachdenken über diese komplizierte Thematik kam mir folgende lustige Anekdote in den Sinn:
Ein Bauer stand in der Abendsonne neben seinem Feld und betrachtete zufrieden die wogenden Ähren. Da kam der Pfarrer des Ortes dazu und auch er freute sich an dem Anblick des gut gepflegten Feldes und des reifenden Getreides. «Du und Gott, ihr beide habt da ganze Arbeit geleistet!», meinte er schliesslich anerkennend. Der Bauer kratzte sich am Kopf, überlegte eine Weile, und sagte dann langsam: «Ich weiss nicht. Du hättest das Feld mal sehen sollen, als sich Gott noch allein drum gekümmert hat!»
Menschliche und göttliche Arbeit
Ob es um Feldarbeit oder unsere Arbeit als Mütter geht, wir können nicht ganz begreifen, wie menschliche und göttliche Anteile ineinandergreifen. Doch es scheint ein Grundsatz zu sein, dass Gott Arbeit durch den Menschen getan haben möchte. Es stimmt, wir können nichts ohne Gott tun. Kein Bauer kann auch nur eine einzige Ähre wachsen lassen ohne Gott. Schon allein das passende Wetter liegt völlig ausserhalb seines Einflussbereiches. Aber andererseits möchte Gott auch nichts ohne uns tun, und so wird ohne menschliches Mühen kein Getreide geerntet.
Diesen Grundsatz kann man auch bei vielen Wundern beobachten, als unser Herr Jesus die Menschen «mithelfen» liess, obwohl sie das eigentliche Wunder überhaupt nicht bewirken konnten. Ein kleiner Junge musste sein Frühstück abgeben, ein Blinder musste sich waschen, Diener mussten schwere Krüge mit Wasser füllen, Aussätzige sich auf den Weg zum Priester machen. Das göttliche Wirken machte menschliche Arbeit nicht unnötig. Der Herr tat das, was die Menschen nicht tun konnten (Lazarus von den Toten auferwecken), aber er liess die Menschen das tun, was sie sehr wohl tun konnten (seine Leinentücher abwickeln).
Was bedeutet dieses Prinzip für meine täglichen Aufgaben als Mutter? Ganz nüchtern betrachtet heisst es, dass Gott mir meine Arbeit nicht abnimmt. Ich muss mein Baby selbst stillen, es baden, lange Stunden auf dem Spielplatz verbringen, später zum Musikunterricht fahren, Vokabeln abfragen, Hunderte von Gute-Nacht-Geschichten vorlesen, Bibelverse für die Sonntagsschule üben und vieles mehr. Das alles tut Gott nicht für mich. Aber er will mir die Kraft, Weisheit und Liebe dazu schenken und ausserdem die Dinge lenken, die ausserhalb meines Einflussbereiches liegen. So darf ich als Mutter Gottes Mitarbeiter an dem Werk sein, das er an meinem Kind tut.
Wenn der gläubige Bauer nach den Mühen eines arbeitsreichen Jahres das goldene Getreide in seiner Scheune sieht, was wird er sagen? Doch sicher: «Ich danke dir, Gott, für deine Gnade, dass ich so eine gute Ernte haben durfte!» Wenn die Kinder einer gläubigen Mutter gross sind und einen guten Weg gehen, wird sie sicher auch sagen: «Was für eine Gnade! Danke, dass ich dein Mitarbeiter sein durfte!»
Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 04/2019.
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