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von Daniela Wagner

«Und reichst du uns den schweren Kelch ...»

Im Angesicht des Todes zählt nur noch, wer wir vor Gott sind.

«Am 24. Dezember 2019 durfte mein Mann Andreas, 38-jährig, in die himmlische Heimat aufbrechen. Seitdem bin ich Witwe mit zwei kleinen Mädchen und erlebe trotz zahlreicher Herausforderungen viel Trost und die Nähe unseres Herrn Jesus Christus.»

Mit diesen Worten stellte sich mir Elena Gorka vor. Im Gespräch mit einer beeindruckenden Frau.

 

Eine Frage drängt sich auf. Du sagst, «mein Mann durfte in die himmlische Heimat aufbrechen». Weshalb «durfte»? Ihr hattet eine gute Ehe, eure beiden Töchter sind noch klein, bräuchten eigentlich einen Vater, und du wolltest sicher nicht so jung Witwe werden. In deiner Aussage schwingt Dank mit. Wie meinst du das?

Elena Gorka: Mein Mann war zweieinhalb Jahre krebskrank, bevor er an Weihnachten 2019 heimgeholt wurde. Am Abend vor seinem Tod bekamen wir folgenden Vers geschickt: «Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin» (Joh. 14,3). Obwohl wir mit seinem Tod rechneten und uns auch darauf vorbereiteten, dachte ich mir zunächst nichts dabei. Doch als mein Mann dann den Tag darauf im Sterben lag, fiel er mir wieder ein und ich erkannte, dass Gott zu uns gesprochen hat. Der Vers tröstete mich, denn ich darf wissen, wo mein Andreas jetzt ist, nämlich bei Jesus Christus, seinem Herrn. Andererseits habe ich mich auch für ihn gefreut, dass die vielen mit seinem Krebsleiden verbundenen Schmerzen nun ein Ende haben.

Letztendlich laufen wir Christen ja alle auf dieses Ziel zu, auf die Ewigkeit bei unserem Herrn. Mein Mann durfte vorausgehen.

Trotz diesen schweren Zeiten ist es dir ein Anliegen, die ethos-Leser an deinem Erleben teilhaben zu lassen.

Ja, denn Leidenswege sind auch Segenswege. Gott führte uns immer wieder ans Äus-serste, es ging durch viele Tiefen. Trotzdem erlebten wir Sein Durchtragen in diesen Zeiten ganz besonders. Letztendlich blieb uns nichts anderes übrig, als zu bekennen, dass Er Gott ist. In solchen Momenten gewinnt die Beziehung zu Ihm an Tiefe und das eigene Glaubensleben wird nachhaltig geprägt. Man lernt Gott anders kennen, wenn man ganz auf Ihn geworfen ist. Es fiel mir nicht immer leicht, in allem das Gute zu sehen, es war mit viel Kampf verbunden. Doch der offene Umgang damit hat andere Menschen ermutigt.

Fangen wir vorne an. Wie bist du aufgewachsen?

Meine griechischen Eltern kamen Anfang der 80er-Jahre nach Deutschland. Sie waren in einem familiären Gastronomiebetrieb tätig, bis sie dann ein eigenes Restaurant eröffneten. Obwohl ich in Deutschland geboren bin, legten meine Eltern viel Wert darauf, die Kultur unserer Herkunft in der Familie beizubehalten und uns darin zu erziehen. Dazu gehörte auch die griechisch-orthodoxe Religion. Ich bin die Älteste von drei Kindern. Mit 14 Jahren fing ich an, im Restaurant mitzuhelfen, abends und an den Wochenenden. Das Restaurantleben hat den ganzen Alltag bestimmt. Sonn- und Feiertage gab es bei uns nicht. Sie waren eher geprägt von noch mehr Arbeit. Oft war mir dies eine Last. Aber im Nachhinein kann ich sagen, dass mich das belastbarer gemacht hat und ich dadurch auch gelernt habe, mit Menschen umzugehen.

Dann kam deine Mutter zum Glauben, euer Familienleben veränderte sich komplett.

Nach mehreren tragischen Todesfällen in der Verwandtschaft fand meine Mutter im Zimmer ihres verstorbenen Cousins eine offene Bibel und dachte, sie müsse sie für ihn zu Ende lesen. Jahrelang las sie darin und hatte entsprechend viele Fragen, die ihr aber kein Pfarrer oder Priester beantworten konnte. Sie rieten ihr sogar eher davon ab, die Bibel weiterzulesen. Eines Tages kam ein gläubiges Ehepaar zu uns ins Restaurant. Gott gebrauchte sie, um meiner Mama durch die Bibel Antworten auf ihre Fragen zu geben, und schliesslich hat sie sich durch das Lesen des Johannesevangeliums bekehrt.

Lesen Sie das ganze Interview in ethos 12/2021

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