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von Interview: Daniela Wagner

Ursprungsfragen

Welche «Theorie» ist denn nun die richtige? Gibt es diese eine Wahrheit, die die Entstehungsgeschichte unserer Welt erklären kann? Nachgefragt bei Astrophysiker Dr. Markus Blietz.

Was weckte Ihr Interesse an der Wissenschaft und weshalb spezialisierten Sie sich in Astrophysik?

Dr. Markus Blietz: Schon seit meiner Kindheit wollte ich die Dinge verstehen; wollte wissen, warum die Welt so ist, wie sie ist. Ausschlaggebend war mein Vater, der mich, als ich erst fünf Jahre alt war, zum Drachensteigen mitnahm. Ich war fasziniert und wollte wissen, warum der Drache in der Luft bleibt. Mein Vater meinte: «Das lernst du alles später in der Schule.» Damit war mein Interesse an den Naturwissenschaften geweckt.

In meiner Jugendzeit entwickelte ich eine Begeisterung für die Astronomie, ich hatte ein eigenes Newton-Spiegelteleskop und war oft nächtelang am Beobachten des Sternenhimmels. Da lag es für mich auf der Hand, nach meinem Studium der Allgemeinen Physik noch den Doktor in As­trophysik zu machen.

Erschien es Ihnen plausibel, dass aus planlosem Zufall und ohne eine intelligente Kraft Leben und hochkomplexe biologische Systeme in langen Zeiträumen entstehen können?

An völlig planlose Vorgänge glaubte ich nie. Ich dachte, «Evolution» gründe sich in Naturgesetzen. Dabei wusste ich allerdings nicht, dass – anders als die Gesetze in der Physik oder Chemie – diese bis heute noch niemand entdeckt oder aufgeschrieben hat. Nachdem die Biologen aber so selbstsicher auftraten und man überall nichts anderes las und hörte, ging ich davon aus, es müsse eine Art von «Betriebsgeheimnis» geben, das nur den Fachleuten zugänglich sei.

Dem verbreiteten Weltbild des Humanismus zufolge hat der Mensch einen «guten Kern». Der nüchterne Blick in die Welt lehrt indes die Realität von «gut» und «böse». Hat Ihre frühere Weltsicht eine Erklärung für das Böse geben können?

Das wird Sie jetzt vielleicht überraschen, aber die Antwort lautet «Ja». Das evolutionistische Weltbild hat auch eine «Moral»: «Gut» ist das, was dem Überleben dient, alles andere ist «schlecht» oder «böse». Gut ist hier also nicht im Sinne von Wohltätigkeiten oder Liebe zu den Mitmenschen zu verstehen. In einer Gesellschaft, in der man dafür bestraft wird, wenn man andere Menschen bestiehlt, definiert sich «gut» unter anderem so, dass man eben nicht stiehlt. In einer (hypothetischen) Gesellschaft hingegen, in der man nur durch Stehlen überleben könnte, wäre «gut», dass man stiehlt. Um solche Extreme zu vermeiden, vertrat ich keinen völligen Relativismus, sondern war der Meinung, dass durch Evolution doch gewisse allgemeinverbindliche moralische Regeln in uns hineingelegt wurden, die ein völliges Entgleisen und damit ein Aussterben der Gesellschaft verhindern. Der Mensch hat in diesem Weltbild einen «guten» Kern, er spiegelt das wider, was der Evolutionsprozess in ihm verursachte. Heute glaube ich das nicht mehr, aber damals, als ich Gott noch nicht kannte, erschien es mir plausibel.

Ihre Bekehrung zum christlichen Glauben, zu der Erkenntnis, dass Jesus Christus tatsächlich «die Wahrheit und das Leben» ist, hatte Ihr ganzes bisheriges Welt- und Menschenbild über den Haufen geworfen. Wie kam es dazu, was war der Auslöser?

Eine persönliche Krise. Ich war zu lange und zu fest in meinem Weltbild verankert, sodass ich einen starken äusseren Impuls brauchte, um aus meiner Bahn geworfen zu werden. Die Krise kam auf verschiedenen Ebenen, vor allem aber als massiven Burnout. Dieser war so extrem, dass ich in der schlimmsten Phase nicht einmal mehr lesen konnte. Erst, als ich so weit am Boden war, konnte mich Gott erreichen. Ich will das jetzt nicht im Detail ausführen, das würde zu weit führen. Nur so viel: Ich erlebte Dinge, die nicht normal sind, die ich mir als Physiker nicht erklären konnte und die ganz klar darauf hinwiesen, dass es eine unsichtbare Welt geben muss, die genauso real ist wie unsere sichtbare Welt. Ich durfte einen Blick «hinter den Vorhang» werfen und erfassen, dass es das Gute und das Böse wirklich gibt. Und es war ganz anders, als ich gedacht hatte. Kein unpersönlicher Mechanismus, der dem Überleben dient, wie im evolutionistischen Weltbild. Stattdessen erkannte ich, dass das Böse und das Gute Personen sind – letzteres ist Gott selbst. Durch das Lesen der Bibel offenbarte sich mir das Einssein von Jesus Christus und Gott.

Lesen Sie das ganze Interview in ethos 09/2022

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