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von Thomas Jeising

Wie sollen wir denn leben?

Die Antwort der Christen auf die Linie der Verzweiflung

Bereits 1976 veröffentlichte Francis Schaeffer, der eine christliche Lebensgemeinschaft in der Schweiz leitete, ein Buch mit dem Titel «Wie sollen wir denn leben?». Darin zeichnet er den Weg der westlichen Kultur vom römischen Reich bis in die Moderne nach und fragt beständig nach der Rolle des christlichen Glaubens und der Christen. Die Gesellschaft, in der wir heute leben, beschreibt er als eine, in der eine Linie der Verzweiflung überschritten wurde. Auf dem Gebiet der Kultur ist das etwa daran zu erkennen, dass das Bejahen oder Verneinen von Werten völlig willkürlich geschieht. So wird beispielsweise beklagt, dass zu wenig Kinder geboren werden, und gleichzeitig ein freies Recht auf Abtreibung befürwortet. Im Bereich der Religiosität gibt es keine Wahrheit, und eine Mischung der Religionen erscheint als Ideal. Auch im praktischen Leben nennen viele Menschen Treue, Liebe und Familie als hohe Werte, während sie zugleich das Gegenteil bejahen.

Wie nun können und sollen Christen in einer solchen Zeit leben? Und wie sogar Orientierung für ihre Umgebung sein? Die Frage von Francis Schaeffer ist nach wie vor brisant, vielleicht sogar noch brennender. Denn grosse Teile der Christenheit scheinen sich heute einfach an ihre Umwelt anzupassen und haben die Hoffnung, Licht und Salz für die Welt zu sein, wie Jesus sagt, weitgehend aufgegeben. So folgen viele Kirchen seit Jahren den Wellen des Zeitgeistes, statt sich konsequent an der Bibel auszurichten. Und die Lebensweise derer, die eigentlich ein entschiedenes Christsein leben wollen, unterscheidet sich kaum.

Klagen allein helfen nicht weiter, sondern nur das konsequente Suchen nach tragfähigen Antworten und das treue Gebet darum, dass Gott die Kraft dazu schenkt, auch nach seinem Willen zu leben. Es gibt aber durchaus eine Reihe von Leitlinien, die uns bei der Beantwortung der Frage «Wie sollen wir leben?» hilfreich sein können.

Zuerst muss uns klar werden, was nicht zur Diskussion steht. Die Bibel spricht wiederholt davon, wie wichtig es ist, in den Strömungen der Zeit an den Grundlagen des Glaubens festzuhalten. So sagt Jesus zu der Gemeinde in Philadelphia (Off. 3,10 f.): «Ihr habt mein Wort beherzigt, mit dem ich euch zum Durchhalten aufrief. Darum werde ich euch in der Zeit der Versuchung bewahren, die demnächst über die ganze Erde kommen und alle Menschen auf die Probe stellen wird. Ich komme bald! Haltet fest, was ihr habt, sonst bekommen andere den Siegeskranz!»

An der Bibel und an unserem Glauben an das Evangelium von Jesus Christus, dem Sohn Gottes und Retter, lässt sich nicht herumdeuteln. Wenn wir fragen, wie wir leben sollen, wollen wir nicht wissen, wie wir uns durchs Leben schlängeln können, sondern wie man dem Wort Gottes in den täglichen Herausforderungen gehorsam sein kann.

Lesen Sie den ganzen Artikel in ethos 12/2023

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